Aktuelles Programm

Leider können die Vorlesungen der BürgerUniversität Coesfeld auch im Sommersemester nicht in gewohnter Form stattfinden. Aus diesem Grund haben wir die Vorlesungen für Sie aufgezeichnet. Diese finden Sie kostenfrei in der Mediathek.

Die FernUniversität in Hagen möchte dazu beitragen, die weitere Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Die Vorlesungen richten sich an eine breite regionale Öffentlichkeit, die an aktuellen soziologischen Forschungsergebnissen interessiert ist. Die Vortragenden aus Hagen und dem ganzen Bundesgebiet referieren in allgemeinverständlicher Form zu gesellschaftlichen Themen in Deutschland und Europa.

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Flyer BürgerUniversität Coesfeld Sommersemester 2021


Veranstaltungen im Sommersemester 2021

BUC20210414Foto: Halfpoint Images/Moment/GettyImages

Die Krise des Sozialen - Die Corona-Pandemie und ihre Folgen

Franziska Krüger, M.A. (Vorlesung)

Ab 14. April 2021 in der Mediathek abrufbar

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In der Corona-Pandemie erfahren wir alle bewusster, wie abhängig wir von Sorgearbeit sind: von der Arbeit im Krankenhaus, in Pflegeheimen und Arztpraxen, von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wie Schulen und Kindertagesstätten. Ebenso sehen wir aber auch die Fürsorge, die in Familien, in der Nachbarschaft, im Freundeskreis und in der Gemeinde geleistet wird. Sorgearbeit ist historisch gewachsen primär eine weibliche Tätigkeit von geringer gesellschaftlicher Wertschätzung. Ändert sich das in der Corona-Pandemie? Diese Frage erörtere ich am Beispiel der innerfamilialen Arbeitsverteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit. Bleibt alles wie immer, erleben wir einen Rückfall in traditionelle Muster? Oder werden neue Wege beschritten, um das Familienleben mit den beruflichen Anforderungen abzustimmen? Der Vortrag lädt dazu ein, grundsätzlich über die Dynamik der Corona-Pandemie und ihre Folgen für das soziale Miteinander zu reflektieren.

Franziska Krüger hat in Jena und Bielefeld Soziologie studiert. Derzeit promoviert sie zur Vereinbarkeitspraxis von ost-westdeutschen Elternpaaren am Promotionskolleg „Familie im Wandel“ an der FernUniversität in Hagen. Zudem arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrgebiet Ernsting’s family-Stiftungsprofessur für Mikrosoziologie. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen die Paar- und Familiensoziologie, die Biografie- sowie Fallrekonstruktive Forschung.

 

BUC20210519Foto: Yuichiro Chino/Moment/GettyImages

Philosophisch-ethische Herausforderungen neuartiger Mensch-Maschine-Interaktionen

Jun.-Prof. Dr. Dr. Orsolya Friedrich (Vorlesung)

Ab 19. Mai 2021 in der Mediathek abrufbar

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Mensch-Maschine-Interaktionen (MMI) gewinnen im Zuge der Digitalisierung und mit der Entwicklung und Anwendung künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung. In unserem Leben begegnen uns diese Neuro- und Self-Tracking-Technologien z. B. in Fitness-Apps und Schrittzählern oder sozialen Robotern, die mit Menschen interagieren. Diese Veränderungen in unserem Umfeld zu skizzieren, einige damit einhergehende Herausforderungen für uns Menschen sowie für die Gesellschaft zu benennen und philosophisch zu reflektieren, sind die Ziele dieses Vortrags. Dabei werden Technologien aus der Medizin – einem technologisch sich besonders schnell und innovativ entwickelnden Bereich der Gesellschaft – exemplarisch herangezogen.

Orsolya Friedrich studierte Philosophie und Medizin, sie ist in beiden Fächern promoviert. Seit 2019 ist sie als Juniorprofessorin für Medizinethik an der FernUniversität in Hagen tätig und erforscht im Rahmen einer Emmy Noether-Forschungsgruppe das Phänomen der Interaktion in Mensch-Maschine-Interaktionen.

 

BUC20210616Foto: Carlos Guimaraes/EyeEm/GettyImages

Geister oder psychische Kraft? - Der deutsche Spiritismus im 19. Jahrhundert

PD Dr. Eva Ochs (Vorlesung)

Ab 16. Juni 2021 in der Mediathek abrufbar

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Die Spiritisten zählten im ausgehenden 19. Jahrhundert zu einer breiten Bewegung, die an die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit Verstorbenen glaubte und an deren Hineinwirken in die Welt der Lebenden. Eine Fülle von okkultistischen und spiritistischen Zeitschriften warb für diese Weltanschauung. Verblüffender Weise sahen sich die Vertreter und Vertreterinnen mit ihrem Glauben an übernatürliche Kräfte nicht im Gegensatz zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen ihrer Zeit und versuchten gerade mit naturwissenschaftlichen Methoden die Existenz der jenseitigen Kräfte zu beweisen. Über ein solches Experiment eines der damals bekanntesten Spiritisten in Deutschland, dem russischstämmigen Alexander Aksakow, berichtet der Vortrag. Dabei werden die Positionen der Geistergläubigen in dieser Zeit deutlich, die sich größtenteils als „modern“ verstanden.

Eva Ochs ist Privatdozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen. In ihren Forschungsarbeiten beschäftigt sie sich unter anderem mit lebensgeschichtlichen Interviews, die sie mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen geführt hat, und mit bürgerlichen Biographien aus dem 19. Jahrhundert. Zu diesen Themen ist sie auch in der Lehre tätig und hat zudem Kooperationsprojekte mit Schülern und Schülerinnen durchgeführt.

 

BUC20210901Foto: FatCamera/E+/GettyImages

JUGEND kontrovers – Herausforderungen an eine spätmoderne Jugend

Dr. Anja Schierbaum (Vorlesung)

Ab 1. September 2021 in der Mediathek abrufbar

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Wir alle beobachten, wie sich Leben und Gesellschaft in der späten Moderne verändert und steigende Anforderungen an die eigene Lebensgestaltung nahezu alle Lebensbereiche kennzeichnen. Jugendliche setzen auf Selbständigkeit, Karriere und Unabhängigkeit. Sie bleiben immer länger im Bildungssystem, konzentrieren sich auf einen erfolgreichen Berufseinstieg und schieben die Entscheidung für oder gegen eine Partnerschaft und Familie auf. Gleichzeitig arbeiten sie sich an Entwicklungsanforderungen ab und suchen nach Gelegenheitsstrukturen, um selbst etwas zu bewirken. Sie sind aufgefordert, möglichst alle Optionen frei nach dem Motto‚ „Alles ist möglich, du musst es nur wollen“, zu nutzen. Die Herausforderung besteht für eine spätmoderne Jugend darin, sich gegenüber verändernden Lebensbedingungen und „Unwägbarkeiten“ zu bewähren. Der Vortrag „JUGEND kontrovers“ greift aktuelle Beobachtungen zur Jugend auf und diskutiert biographische und gesellschaftliche Herausforderungen an eine Jugend, die in widersprüchlichen Zeiten ihren Weg zum Erwachsenwerden sucht.

Anja Schierbaum, Dr. phil., ist aktuell Vertretungsprofessorin für Allgemeine Bildungswissenschaft am Institut für Bildungswissenschaften und Medienforschung (IfBM) an der FernUniversität in Hagen. Arbeitsschwerpunkte: rekonstruktive Erziehungsforschung, Jugendforschung, Forschung zu Familie und Sozialisation, rekonstruktive Methoden.

 

Martina Stöppel | 12.08.2021