Regionalzentrum Coesfeld

Veranstaltung

BürgerUniversität Coesfeld: Stammbaumforschung als Hobby

Das menschliche Bedürfnis, sich mit seiner Herkunft zu verbinden, und der Nutzen soziologischer Genogrammarbeit für Beratung und Therapie​

Termin(e) Uhrzeit Leitung Ort/Raum
Mi, 19.09.2018 19:00 Prof. i. R. Dr. Bruno Hildenbrand Regionalzentrum Coesfeld

Aus soziologischer Sicht kann im Hobby der Stammbaumforschung das Interesse identifiziert werden, seinen eigenen Platz in der Abfolge von Generationen zu finden und zu fixieren. Dieses Interesse hängt stark vom Lebensalter ab.

Soziologinnen und Soziologen arbeiten mit Stammbäumen, die sie aus historischen Gründen Genogramme nennen, um Wege in Armut, in Krankheit oder abweichendes Verhalten zu rekonstruieren.

Fachleute in Beratung und Therapie machen sich soziologische Erkenntnisse und Methoden im Bereich der soziologischen Genogrammarbeit zu Nutze, um in der Arbeit mit Klientinnen und Klienten herauszufinden, welche Muster ihre Probleme tagtäglich hervorbringen. Sie wollen auch entdecken, wie die soziale Matrix beschaffen ist, vor deren Hintergrund sie ihren Lebensweg zu gestalten hatten. Ebenso wie Soziologinnen und Soziologen fragen sie bei der Genogrammrekonstruktion gleichermaßen nach Ressourcen wie nach Resilienzpotenzialen, um mit den Klientinnen und Klienten günstigere Handlungsmöglichkeiten für ihre Zukunft zu erarbeiten.

Prof. i. R. Dr. Bruno Hildenbrand lehrte bis 2012 Sozialisationstheorie und Mikrosoziologie am Institut für Soziologie der Friedrich Schiller-Universität Jena. Daneben war er Dozent und Supervisor am Ausbildungsinstitut für systemische Beratung und Therapie in Meilen/Zürich. Ein Buchmanuskript mit dem Arbeitstitel „Genogrammarbeit für Fortgeschrittene“ wird im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein und im Carl Auer Systeme-Verlag Heidelberg erscheinen. Aktuell befasst sich Prof. Hildenbrand mit Fragen des Transfers sozialwissenschaftlichen Wissens in die Praxis, speziell im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.

Wichtige Infos
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