Regionalzentrum Karlsruhe

Veranstaltung

Zwischen „Friedensdiktat“ und „missglücktem Frieden“: Die deutsche Geschichtswissenschaft und der Versailler Vertrag

Gespräche am Tor - Karlsruher Begegnungen zu Wissenschaft, Politik und Kultur

Termin(e) Uhrzeit Leitung Ort/Raum
Mi, 17.07.2019 18:00 Edgar Liebmann, M.A., Dipl. Wirtsch.-Ing. Seminarraum BASEL

Ein Vortrag von Edgar Liebmann

Vor 100 Jahren, am 28. Juni 1919, wurde der Versailler Vertrag unterzeichnet. Für das im Ersten Weltkrieg unterlegene Deutsche Reich war er mit einschneidenden Folgen verbunden, so u.a. Gebietsverlusten, finanziellen Lasten (Reparationen) und Einschränkungen der Wehrhoheit. Angesichts der in ihrer Schärfe unerwarteten, überdies so gut wie gar nicht verhandelbaren Bestimmungen überrascht es kaum, dass auf deutscher Seite bereits der Vertragsratifizierung ein erbitterter innenpolitischer Streit vorausging. Auch in der Folge bestimmte der Kampf gegen den Versailler Vertrag das Handeln von Politik, Publizistik und Wissenschaft in Deutschland, wobei sich wiederum die Geschichtswissenschaft besonders zu profilieren versuchte. Ihr Umgang mit dem Versailler Vertrag in den Jahren der Weimarer Republik und nach 1945 wird im Zentrum des Vortrags stehen, insbesondere die Frage nach grundlegenden Deutungsmustern sowie Brüchen und Kontinuitäten. Anhand eines lebens- und werkgeschichtlichen Zugangs wird dabei insbesondere die Perspektive des Zeithistorikers Hans Herzfeld (1892 – 1982) thematisiert. Sie ist vor allem deshalb aufschlussreich, weil Herzfeld sich sowohl vor als auch nach 1945 fast ausschließlich mit zeitgeschichtlichen Themen – und damit auch dem Versailler Vertrag – beschäftigte.

Edgar Liebmann, M.A., Dipl. Wirtsch.-Ing. (FH), geb. 1970, Dipl.-Wirtschaftsingenieur (FH), Geschäftsführer; parallel zur Berufstätigkeit Studium der Geschichte, Rechts- und Politikwissenschaften an der FernUniversität in Hagen, Abschluss M.A; aktuell Doktorand am Historischen Institut der FernUniversität in Hagen, laufendes Dissertationsprojekt: Biographie Hans Herzfeld (1892 – 1982); zahlreiche Veröffentlichungen zur Verfassungs- und Wissenschaftsgeschichte.

Für die Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt ist frei.

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Wichtige Infos
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