Veranstaltung

Die Rosenburg – Das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit

Gespräche am Tor - Karlsruher Begegnungen zu Wissenschaft, Politik und Kultur

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und dem Regierungspräsidium Karlsruhe

Termin(e) Leitung
Ort/Raum
Do, 29.04.2021
18:00 - 20:00
Prof. Dr. Christoph Safferling
Regierungspräsidium Karlsruhe
Karl-Friedrich-Straße 17 (am Rondellplatz)
76133 Karlsruhe

Eröffnungsvortrag zur Ausstellung von Prof. Dr. Christoph Safferling, LL.M (LSE)

- Bitte beachten Sie, dass Ausstellung und Eröffnungsveranstaltung je nach Entwicklung der Corona-Lage kurzfristig ausfallen können! -

Zwischen 1949 und 1973 war die Rosenburg im Bonner Stadtteil Kessenich Sitz des Bundesministeriums der Justiz. Wie in vielen anderen Ministerien der jungen Bundesrepublik setzten dort zahlreiche ehemalige NS-Bedienstete ihre Karriere nahezu bruchlos fort. Seit 2012 hat eine Unabhängige Wissenschaftliche Kommission (UWK) die NS-Vergangenheit des Bundesjustizministeriums erforscht. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden im Herbst 2016 von Christoph Safferling und Manfred Görtemaker in der Studie „Die Akte Rosenburg“ veröffentlicht. Im Vortrag stellt Prof. Dr. Christoph Safferling die zentralen Ergebnisse dieser Forschung vor und führt in die Ausstellung ein. So wird das Ausmaß deutlich, in welchem Vertreter des NS-Justizapparats zentrale Positionen in einem Amt hatten, das doch für den Aufbau und die Sicherung des demokratischen Rechtsstaats zuständig war. Aber nicht nur wurden ehemalige Mitarbeiter des Reichsjustizministeriums, der Sonder- und Militärgerichte anstandslos wieder in den Staatsdienst integriert. Vielmehr prägten diese Juristen auch die Rechtsprechung der Nachkriegszeit und spielten unter anderem eine zentrale Rolle bei der Amnestierung von NS-Tätern. Studie und Ausstellung sind nicht nur ein wesentlicher Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Belastung in der Justiz nach 1945. Sie werfen darüber hinaus ein Schlaglicht auf den unzureichenden Prozess der Entnazifizierung und die „Schlussstrich-Mentalität“ der Nachkriegszeit. Die Ausstellung ist vom 30. April bis zum 30. Juni 2021 im Regierungspräsidium Karlsruhe öffentlich zugänglich: Karl-Friedrich-Straße 17 (am Rondellplatz), 76133 Karlsruhe.

Für die Teilnahme an der vom Justizministerium ausgerichteten Eröffnungsveranstaltung mit Vortrag Prof. Safferlings am 29. April 2021 ist eine vorherige Online-Anmeldung erforderlich: [Näheres zum Anmeldeverfahren folgt!].

Christoph Safferling, geb. 1971, Studium der Rechtswissenschaft in München und an der London School of Economics, im Anschluss Lehr- und Forschungstätigkeiten u.a. in München, London, Hannover, Erlangen-Nürnberg und Jamestown/N.Y., dann Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht zunächst an der Universität Marburg (2007 – 2015) und seit 2015 an der Universität Erlangen-Nürnberg, daneben zahlreiche außeruniversitäre Ämter insbesondere zur Aufarbeitung der NS-Kriegsverbrechen und im Bereich des Völkerstrafrechts, so etwa leitendes Mitglied der Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission beim Bundesministerium der Justiz zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit.

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Gespräche am Tor - Karlsruher Begegnungen zu Wissenschaft, Politik und Kultur

Werner Daum | 10.10.2020