Veranstaltung

Ein Karlsruher Akademieschüler ‚macht‘ Geschichte – Anton von Werner und der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71

Gespräche am Tor - Karlsruher Begegnungen zu Wissenschaft, Politik und Kultur

Online-Veranstaltung !!!

Termin(e) Leitung
Ort/Raum
Mi, 20.01.2021
18:00 - 20:00
Prof. Dr. Tobias Arand
Online, Zugang ab 10 Minuten vor Veranstaltungsbeginn:
https://emeeting.fernuni-hagen.de/gat/

Ein Vortrag von Prof. Dr. Tobias Arand

Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 verwies in vielerlei Hinsicht bereits auf die modernen Kriege des 20. Jahrhunderts. War dieser Krieg in seiner ersten Phase noch ein klassischer Kabinettskrieg, entgleiste er in seiner zweiten Phase ab September 1870 in einen von nationalistischem Hass geprägten Volkskrieg, bei dem zunehmend auch Zivilisten nicht mehr geschont wurden. Doch nicht nur die Bewaffnung mit ersten Vorformen des Maschinengewehrs und weitreichenden Krupp-Kanonen oder die zeitnahe manipulative Presseberichterstattung waren modern, auch die Künstler, die den Krieg begleiteten, zeigten sich ihrer Zeit voraus. Schon während der Kämpfe begleitete ein Tross handverlesener Schriftsteller und Maler die deutschen Truppen, um hinterher in Wort und Bild die deutschen Siege preisen zu können. Der deutschen Militärführung war in sehr fortschrittlicher Auffassung die Bedeutung von Kunst und Literatur im Kampf um die rückwirkende Deutung des Krieges überaus bewusst.

Anlässlich des 150. Jahrestages der deutschen Reichsgründung am 18. Januar 1871 rückt der Vortrag einen Maler in den Fokus, der ganz wesentlich dazu beigetragen hat, die Monate des Krieges rückwirkend in die gewünschten affirmativen Bildformate zu gießen und die Erinnerung an die Ereignisse bis heute zu prägen: Anton von Werner (1843 – 1915) wirkte als Schüler der Großherzoglichen Kunstschule zu Karlsruhe damals in der badischen Hauptstadt.

Tobias Arand, geb. 1967, war nach dem Lehramtsstudium der Geschichte und Germanistik in Münster zunächst in Lehre und Forschung an den Universitäten Münster, Aachen und Duisburg-Essen tätig. Nach einer weiteren Lehrtätigkeit an der PH Heidelberg folgte er 2009 einem Ruf an die PH Ludwigsburg, wo er seither als Professor für Geschichte und ihre Didaktik lehrt. Neben der Geschichtsdidaktik und antiken Geschichtsschreibung sowie den Einigungskriegen zählt die Geschichtskultur, insbesondere von Kriegen, zu seinen Interessenschwerpunkten. In diesen Bereichen hat er zahlreiche Publikationen, auch didaktischer Art, vorgelegt.

Für die Online-Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich. Der Zugang erfolgt ab 10 Minuten vor Veranstaltungsbeginn über o.g. Zugangslink. Leider können wir aus Lizenzgründen nur eine begrenzte Teilnehmerzahl online zulassen, eine ausschnittweise Aufzeichnung wird aber zeitnah – auch mit Möglichkeit zur nachträglichen Kommentierung oder Rückmeldung an den Referenten – im Veranstaltungsrückblick veröffentlicht.

Technischer Hinweis:
Zur Teilnahme an der Online-Veranstaltung benötigen Sie mind. ein internetfähiges Endgerät mit Audio-Ausgang. Wir empfehlen die Verwendung eines Headset mit Mikrofon sowie einer Webcam (etwa für die Beteiligung am Austausch im Anschluss an den Vortrag). Vor dem Veranstaltungstermin führen Sie bitte die beiden folgenden Tests durch:
1. Kurzinstallation von Adobe Connect und Diagnosetest: https://connect.fernuni-hagen.de/common/help/de/support/meeting_test.htm .
2. Test der Audio- und Videoeinstellungen: https://connect.fernuni-hagen.de/technikcheck (die dortige Präsentation führt Schritt für Schritt durch die Einstellungsmöglichkeiten).

Weitere Informationen

Gespräche am Tor - Karlsruher Begegnungen zu Wissenschaft, Politik und Kultur

Werner Daum | 02.10.2020