30 Jahre FernUniversität in Hagen am Standort Nürnberg

Hinter dem Jubiläum am Campusstandort steckt eine wechselvolle Geschichte


1991 bis 2011 Studienzentrum Nürnberg

Alles begann im Jahre 1991 mit engagierten Menschen und Institutionen aus Wirtschaft und Politik. Sie sahen ihren bildungspolitischen Auftrag darin, den Leitgedanken vom lebenslangen Lernen und der Erhöhung der Chancengerechtigkeit im Bildungssystem umzusetzen. Alle hatten sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, auch bayerischen Studierenden einen bestmöglichen Zugang zu der einzigen staatlichen Fernuniversität in Deutschland zu ermöglichen: zur FernUniversität in Hagen. Dabei stießen sie Anfang der 1990er Jahre erst einmal auf viele politische Widerstände. Aufgegeben hat keine der handelnden Personen und so kam es zur Gründung eines Fördervereins bestehend aus der Industrie- und Handelskammer Nürnberg, wichtigen Unternehmen aus der Region und den Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach. Die Grün­dungs­mit­glie­der vertraten damals die ein­hel­lige Meinung, dass das Stu­dien­zent­rum eine be­deu­ten­de Be­rei­che­rung der Bil­dungs­land­schaft im frän­ki­schen Raum darstelle. Davon konnten die Mit­glie­der des Vereins nach zähen Ver­hand­lun­gen auch das Bun­des­mi­ni­ste­rium für Bildung und For­schung über­zeu­gen und legten somit das Fun­da­ment für eine drei­jäh­rige An­schub­fi­nan­zie­rung.

EinweihungsveranstaltungFoto: Kurt Fuchs
Einweihungsveranstaltung des Studienzentrums am 01.Juni 1991

Am 10. Juni 1991 konnte das Studienzentrum endlich in den Regelbetrieb übergehen und betreute von da an eine wachsende Anzahl an Studierenden in Nordbayern.

Nach dem Auslauf der Anschubfinanzierung des Bundesministeriums drohte dem Studienzentrum fast schon das Aus. Der Förderverein und der damalige AStA der FernUniversität mussten vermehrt finanzielle Mittel bereitstellen, um das Zentrum am Leben zu erhalten. Eine Lösung des Problems war sehr lange nicht in Sicht. Erst als es gelang, Mitglieder des Landtages zu mobilisieren, lenkte das bayerische Kultusministerium ein. Im Jahre 1998 wurde der Weg für eine Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg frei gemacht.
Das Zentrum konnte dadurch als kompetente Anlaufstelle für über 2500 Studierende erhalten bleiben und war bis zum Jahre 2011 mietfrei in den Räumen des Berufsbildungszentrums der Stadt Nürnberg untergebracht. Dort wurde das 20-jährige Bestehen des Studienzentrums im Mai 2011 mit vielen Gästen, dem Förderverein und den Studierenden gefeiert.

Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer überreichte Blumensträuße an Dr. Rosalinde Kichere und Myrén NeumannFoto: FernUniversität
Der damalige Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer mit Dr. Rosalinde Kicherer (rechts) und Myrén Neumann, der früheren und jetzigen Leiterin des Nürnberger Zentrums

Mit der Unterzeichnung eines neuen Kooperationsvertrages zwischen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der FernUniversität in Hagen wurde die weitere Zusammenarbeit der Universitäten feierlich besiegelt. Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer sagte damals: „Die guten Partnerschaften vor Ort sind ein starkes Fundament, auf dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Mentorinnen und Mentoren sowie Studierenden sicher stehen.“

2011 bis 2021 Regionalzentrum Nürnberg

Anfang der 2000er Jahre setzte die FernUniversität neue Akzente und verfolgte das Ziel eine umfassende und einheitliche fachliche Information, Betreuung und Beratung für Studierende und Studieninteressierte anzubieten. Sie investierte in insgesamt 13 Regionalzentren mit Standorten im ganzen Bundesgebiet, so auch in Nürnberg.
Im Juni 2011 erfolgte dann die Umbenennung des Studienzentrums in Regionalzentrum Nürnberg und im Jahr 2012 folgerichtig der Wechsel in eigene Räumlichkeiten in das Businesscenter Maxtorhof in der Pirckheimerstraße 68.

Campus NürnbergFoto: Thomas Rosenthal
Standort des Regionalzentrums seit 2012

Durch den Umzug in die neuen Räumlichkeiten konnte der Service für die Studierenden wesentlich verbessert werden: durch längere Öffnungszeiten, ein besseres Beratungsangebot, eigene Seminarräume und durch eine verbesserte technische Infrastruktur.

Das alles freute besonders die inzwischen über 3000 Studierenden in Nordbayern. Die Zahl der Mentoriate, von studienbegleitenden Veranstaltungen, Präsenzveranstaltungen der Lehrgebiete aus Hagen und die Lerngruppentreffen nahmen kontinuierlich zu.

Seit Dezember 2021 Campus Nürnberg

Aus dem Regionalzentrum Nürnberg wurde am 01. Dezember 2021 der Campusstandort Nürnberg. Das Hauptaugenmerk unserer Arbeit wollen wir auch unter neuem Namen auf den Service und die Angebote für unsere Studierenden richten, um diese optimal auf ihrem Weg zu einem erfolgreichen Studienabschluss begleiten zu können. Hierbei müssen wir uns beständig an die sich ändernden Rahmenbedingungen anpassen.

Einen weiteren Schwerpunkt unserer Arbeit sehen wir in der festen Verankerung des Campus Nürnberg in der Metropolregion. Besondere Beachtung ist dabei, nach dem Willen der Hochschulleitung, auf den verstärkten Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit und die regionale Vernetzung zwischen Wirtschaft und Politik, zu richten. Gerade im Rückblick auf die letzten 30 Jahre freuen wir uns auf die neuen Herausforderungen.

Wir sind bereit: hoffentlich noch weitere 30 Jahre oder länger.

Myrén Neumann

Leiterin Campus Nürnberg