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Aktuelles - März 2016

Einstellungen gegenüber muslimischen Minderheiten

Auf dem Weg zur Habilitation – heute Politikwissenschaftlerin Dr. Jolanda van der Noll

Die FernUniversität in Hagen hat Stipendien für Habilitandinnen vergeben. Wir begleiten die Wissenschaftlerinnen auf ihrem Weg zur Habilitation. Heute: Politikwissenschaftlerin (Schwerpunkt Politische Psychologie) Dr. Jolanda van der Noll, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrgebiet Community Psychologie von Prof. Dr. Annette Rohmann.

Wenn Jolanda van der Noll im privaten Umfeld von ihrem Forschungsthema erzählt, dann haben alle eine Meinung dazu. „Die öffentliche Debatte ist emotional und schnell. Das macht es sehr spannend, aber manchmal auch schwierig, weil die Forschung nicht immer mit dem aktuellen Zeitgeschehen Schritt halten kann“, sagt sie. Die 34-jährige Niederländerin arbeitet derzeit an der FernUniversität an ihrem Habilitationsprojekt zur Akzeptanz von muslimischen Minderheiten in Westeuropa. „Die Aktualität, aber auch die hohe gesellschaftliche Relevanz des Themas motivieren mich.“

Versuch einer Differenzierung

Ihr Projekt beschäftigt sich mit Einstellungen und Vorurteilen insbesondere gegenüber muslimischen Minderheiten. „Oft wird über Muslime als homogene Gruppe gesprochen. Meine Arbeit ist auch der Versuch einer Differenzierung“, sagt sie. Dabei legt sie einen Schwerpunkt auf die Einstellung gegenüber Religion und deren Rolle in der Gesellschaft. „Bisherige Theorien berücksichtigen eher den ethnischen Hintergrund“, beschreibt sie den Forschungsstand, „aber es wird oft behauptet, dass bestimmte Überzeugungen des Islams nicht mit ‚westlichen‘ oder ‚liberalen‘ Werten vereinbar sind.“ Angesiedelt ist ihr interdisziplinäres Thema in der der politischen Psychologie. „Politische Prozesse haben großen Einfluss auf unser Leben. Um sie zu verstehen benötigen wir psychologische Erklärungsmodelle“, erklärt die Habilitandin.

Forschung mit Studierenden des Projektmoduls

Ihr Wunsch, interdisziplinär zu forschen, hat Jolanda van der Noll im September 2014 an die FernUni geführt. Nach den Studienabschlüssen in Politikwissenschaft und „Migration, Ethnic Relations and Multiculturalism“ in den Niederlanden und der Promotion an der Jacobs University in Bremen forschte sie als Postdoc in Belgien in der Religionspsychologie. Als Stipendiatin kommt sie seit dem Oktober 2015 in den Genuss der Habilitandinnen-Förderung. „Die zeitliche Perspektive ist ein großer Vorteil“, sagt sie. Ausgelegt ist ihr Projekt zunächst auf drei Jahre, nach der Zwischenevaluation ist eine Verlängerung um weitere drei Jahre möglich. Ihre Begeisterung für die Forschung gibt sie in der Lehre unter anderem im Projektmodul des Masters an ihre Studierenden weiter, die mit ihrer Unterstützung Forschungsprojekte zu vorgegebenen Themen umsetzen.

Langfristig ist eine Professur in Europa das große Ziel von Jolanda van der Noll: „Zu Themen interdisziplinär zu forschen, die unsere Gesellschaft weiterbringen – das ist das Schönste, was ich mir für meine weitere berufliche Laufbahn vorstellen kann.“

Carolin Annemüller | 24.03.2016
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