Interessierte für Umfragen gesucht: „Hagen DecisionLab“

Wie würden Sie entscheiden? Für Prof. Andreas Glöckner zählt diese Frage zum wissenschaftlichen Alltag. Der Psychologe sucht Teilnehmende für die Online-Datenbank „Hagen DecisionLab“.


Ein Mann steht an einem Tisch, auf dem ein Laptop aufgeklappt liegt. Daneben steht ein Telefon: Prof. Andreas Glöckner steuert von einem gesonderten Platz aus den Test im Labor.
Prof. Andreas Glöckner steuert von einem gesonderten Platz aus den Test im Labor.

Wie reagieren Menschen auf Risiko und Ungewissheit? Prof. Dr. Andreas Glöckner untersucht Fragen wie diese in seinem Lehrgebiet Allgemeine Psychologie: Urteilen, Entscheiden, Handeln an der FernUniversität in Hagen. Für wissenschaftliche Studien zu seiner Forschung sucht Glöckner ab sofort Interessierte, die gegen eine Aufwandsentschädigung von durchschnittlich zehn Euro pro Stunde gelegentlich oder auch regelmäßig an Untersuchungen teilnehmen möchten.

Dazu baut der Wissenschaftler eine Datenbank auf, in der sich Interessierte registrieren können: das „Hagen DecisionLab“. „Wir suchen bundesweit Menschen mit unterschiedlichen Merkmalen: Frauen und Männer aller Altersklassen, Studierende und Nicht-Studierende. Da einige Studien im Labor auf dem Campus erhoben werden, suchen wir explizit auch Personen aus der Region Hagen“, beschreibt Glöckner. Viele Untersuchungen laufen ohnehin online.

Anonymisierte Daten

Der Aufwand für die einzelnen Teilnehmenden ist überschaubar. Bestimmte Abfragedaten werden einmalig erhoben. Damit wird vermieden, dass Personen oft mit derselben Frage konfrontiert werden. Zudem merkt sich die Datenbank, welche Personen an welchen Studien teilnehmen und ermöglicht es dem Versuchsleiter für ähnliche Fragestellungen andere Teilnehmende auszuwählen. Das garantiert, dass die Studien aussagekräftig bleiben und nicht nur für einige wenige Personen gültige Befunde generiert werden.

Die Teilnahme an Studien ist natürlich auch nach der Registrierung vollkommen freiwillig. Persönliche Daten werden anonymisiert, jeder registrierten Person wird eine ID zugeordnet. „Da wir einige Parameter wie Grundpräferenzen im Entscheidungsverhalten einmalig abfragen, erhöhen wir auch die Effizienz der einzelnen Untersuchungen“, beschreibt Glöckner. In den Untersuchungsszenarien bilden sich Grundproblemstellungen aus dem Alltag ab: Wir werden täglich damit konfrontiert, Entscheidungen treffen zu müssen. „Wer an wissenschaftlichen Studien über menschliches Verhalten teilnimmt, kann unter Umständen viel über sich selbst lernen“, ergänzt der FernUni-Wissenschaftler.

Weiter zur Anmeldung:

Hagen DecisionLab

Hohe Flexibilität – erforderliche Präsenz

Die Vorteile eines Onlinepanels liegen für den Psychologen klar darin, eine komplexe nationale Forschungsinfrastruktur aufbauen zu können, die insbesondere die Durchführung von Studien mit entscheidungsabhängiger Bezahlung und strategischen Interaktionen von Personen sowie Langzeitstudien unterstützt. Zudem schafft sie eine hohe Flexibilität. Für bestimmte Untersuchungen ist man nicht an Zeit und Ort gebunden.

Im Institut für Psychologie stehen weitere Laborplätze zur Verfügung: etwa schallisolierte Einzelkabinen. Per Mausklick auf das Foto kommt man zu einem Raumpanorama und weiteren Fotos. (Fotos: Jürgen Bethke)

Allerdings erfordern manche Fragestellungen auch die Präsenz der Interviewpartnerinnen und -partner. „Um etwa Blickbewegungen messen zu können oder wenn wir exakte Zeitvorgaben anwenden“, erläutert Glöckner. Dafür steht dem Wissenschaftler und seinem Team ein Labor mit zwölf PC-Plätzen zur Verfügung, die jeweils – wie in einem Großraumbüro – durch einen Sichtschutz getrennt sind. Zudem können sie auf weitere Laborkapazitäten im Institut für Psychologie zugreifen: etwa auf schallisolierte Einzelkabinen.

„Best Practice“

Wenn das Projekt sich etabliert hat, könnten künftig weitere Lehrgebiete und auch andere Universitäten profitieren. Perspektivisch möchte Glöckner mit dem „Hagen DecisionLab“ die Forschung an der FernUniversität stärker sichtbar machen: „Es wäre schön, die Datenbank als Best Practice für nicht-kommerzielle Online-Forschungspanels zu etablieren. Zudem haben wir damit auch eine gute Grundlage für Publikationen in einflussreichen Fachzeitschriften.“

Anja Wetter | 31.05.2016