International Day liefert Impulse – Interview mit Prorektor Prof. Theo Bastiaens

Das Bewusstsein für internationale Themen an der FernUniversität wird weiter geschärft. Dazu hat auch der „1. International Day“ beigetragen.


Ein Mann steht am Redepult: Prorektor Theo Bastiaens eröffnete den International Day. (Foto: FernUniversität)
Prorektor Theo Bastiaens eröffnete den gut besuchten International Day. (Foto: FernUniversität)

Die Internationalisierung der FernUniversität ist bereits mit dem Prorektorat für Digitalisierung und Internationalisierung sowie dem Call Internationalisierung im Förderprogramm Innovative Lehre (FILeh) stärker in den Fokus gerückt. Der jährlich geplante International Day soll das Thema weiter in die Hochschule hineintragen und Impulse für die weitere Internationalisierung geben. Wir haben mit Prorektor Prof. Dr. Theo Bastiaens über Internationalisierung an der FernUni gesprochen.

Presse: Inwiefern betreibt die FernUniversität Internationalisierung heute anders als in den vergangenen Jahrzehnten?

Theo Bastiaens: Die globalisierte Welt erwartet, dass wir als Hochschule international tätig sind. In der Forschung ist das gegeben, aber in der Lehre müssen wir internationale Elemente stärken. Allein schon für die Akkreditierung von Studiengängen ist das erforderlich. Wir sind es auch unseren Studierenden schuldig, die wir auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. Arbeitgeber erwarten heutzutage internationale Erfahrungen. Für die FernUniversität bedeutet das, dass sich hier und da in den Lehrgebieten und in der Verwaltung Aufgaben ändern werden: Das Umfeld an der Hochschule muss internationaler werden. Insgesamt bleibt die FernUniversität deutschsprachig. Das ist unbestritten.

Wie werden die Bereiche in dem Prozess unterstützt?

Theo Bastiaens: Es gibt verschiedene Förderprogramme wie Erasmus+, über die Mittel zur Verfügung gestellt werden oder die man beispielsweise für einen Auslandsaufenthalt nutzen kann. Auf der Website des Internationale Office gibt einen Überblick. Wir wollen die Fortbildungen in Englisch ausbauen, gegebenenfalls werden Stellenausschreibungen angepasst. Internationalisierung ist zwar ein kontinuierlicher Prozess, aber langfristig angelegt. Wir merken allerdings auch, dass das Interesse und die Bereitschaft an der Hochschule da sind.

Wie sehen die Perspektiven für die nächsten Jahre aus?

Theo Bastiaens: In zehn Jahren wird der Anteil der anderssprachigen Personen in allen Statusgruppen höher sein, glaube ich. Vor allem werden Professuren internationaler ausgerichtet sein. Kurzfristiger wollen wir das Angebot an Short Learning Programs erhöhen. Die FernUni ist in der Mitverantwortung bei einem Projekt der EADTU und wird künftig deutsch- und anderssprachige Angebote für europäische Fernstudierende anbieten können und wollen. Wir sehen als FernUniversität noch Zielgruppen für unsere Angebote in anderen Ländern. Insbesondere für Wirtschaftswissenschaft und Informatik ist jetzt schon die Nachfrage hoch. In Frage kommen insgesamt vor allem Weiterbildungsstudiengänge – also kompakte Angebote –, die wir dann anpassen, um etwa verpflichtende Präsenzphasen zu kompensieren. Für mich persönlich kann ich mir vorstellen im Bereich eEducation eine Weiterbildung zu konzipieren in Richtung ,Digitalisierung für Lehrende in Europa‘.

Wie fällt Ihre Bilanz für den 1. International Day an der FernUni aus?

Theo Bastiaens: Sehr positiv! Die Vorstellung der Projekte und auch das Panel mit den Dekaninnen und Dekanen waren sehr bereichernd. Wir möchten die International Day gern institutionalisieren und jedes Jahr eine andere Zielgruppe als Schwerpunkt erreichen. Nächstes Jahr könnten die Studierenden im Fokus stehen.


  • Prof. Dr. Stefan Smolnik (Betriebswirtschaftslehre) schilderte auf dem International Day, welche Chancen und Herausforderungen mit einem englischsprachigen Modul in der Fernlehre verbunden sind, und rät dazu: „Klären Sie bei einem solchen Vorhaben rechtzeitig die Formalitäten mit dem Prüfungsamt, da spezielle Modalitäten gegeben sind.“ Und: „Holen Sie Feedback von Studierenden ein. Das ist wichtig, wenn Sie das Modul überarbeiten wollen.“ Insgesamt werde das Modul gut angenommen, „der Bedarf ist da.“

    Den sieht auch Prof. Dr. Lars Mönch (Betriebswirtschaftslehre) und berichtete von den ersten Erfahrungen, gemeinsam mit einem Wissenschaftlerkollegen aus dem Ausland Kurselemente zu entwickeln. Mönch warb für einen „beherzten Start“ und dafür, „sich selbst Meilensteine zu setzen“.

    Interkulturelle Erfahrungen

    Seit 2008 bietet die Rechtswissenschaftliche Fakultät Short Learning Programs (SLP) an, um Studierenden fachliche, sprachliche und kulturelle Erfahrungen im Ausland zu ermöglichen. „Greifen Sie dafür Themen außerhalb des Pflichtprogramms auf, definieren Sie Lernziele und führen Sie Zwischenzertifikate ein“, fasste Ass. jur. Nils Szuka (Zentralbereich) zusammen. Ebenso wie Szuka beschäftigte sich Dr. Daniel Otto (infernum) auf der Planungsebene mit Lehr- und Lerninnovationen für virtuelle Modulangebote. „Die Herausforderungen sind an die Didaktik gerichtet. Bauen Sie Planspiele ein, aktivierende Elemente wie Digital Storytelling oder Planspiele.“

    Für den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) forscht Dr. Julia Zimmermann (Bildungspsychologie) zu Studienerfolg und Studienabbruch bei Bildungsausländern in Deutschland im Bachelor- und Master-Studium. Mareike Weiß aus dem International Office berichtete über Mobilitäten für wissenschaftliches Personal sowie die entsprechenden Förderprogramme.

Anja Wetter | 19.10.2017