Seit 40 Jahren beste Freunde

Bei der Zusammenkunft der Gesellschaft der FernUni-Freunde spielten das Vereinsjubiläum und gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen für die Hochschule wichtige Rollen.


Eine Gruppe von Frauen und Männern steht auf einer Treppe. Foto: FernUniversität
Neue Vorstandsmitglieder der Freundesgesellschaft sind der Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen, Ralf Stoffels (5.v.re.), deren Hauptgeschäftsführer Ralf Geruschkat (2.v.li.), Erik Höhne (ENERVIE Südwestfalen Energie und Wasser AG, 2.v.re.), und Margarita Kaufmann (Beigeordnete der Stadt Hagen). Dr. Katja Pütter-Ammer (Firma Medice) war leider verhindert.

Mit 2,65 Millionen Euro hat die Gesellschaft der Freunde der FernUniversität e.V. seit ihrer Gründung im Jahr 1978 „ihre“ Universität unterstützt. Nicht mit Geld aufzuwiegen ist die immaterielle Hilfe ihrer Mitglieder, deren Jahresversammlung 2018 am 19. April im Seminargebäude auf dem Campus stattfand. Aus Anlass des Jubiläums erhielten die Mitglieder der Gesellschaft der Freunde (GdF) nicht nur einen Überblick über die Aktivitäten des Vereins und der FernUniversität im Jahr 2017 sowie einen Ausblick auf die nähere Zukunft, sondern auch einen Rückblick über die Zeit seit der Vereinsgründung.

Foto: FernUniversität
Im Hinblick auf Planungen, die FH Südwestfalen in die Nachbarschaft der FernUniversität zu verlagern, betonte Prof. Ada Pellert: „Die Grundidee gefällt uns gut. Wir würden die Räumlichkeiten, die wir dringend brauchen, in die Planungen einbringen.“ Auch dabei setzt sie auf die Zusammenarbeit mit der GdF.

Ihre Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert dankte der GdF herzlich für die 40-jährige „wahre Freundschaft“ und betonte, dass die Hochschule angesichts neuer Herausforderungen auch weiterhin auf die Ratschläge und Kontaktvermittlungen ihrer Freunde zählt.

Neue Nachbarin für die FernUniversität?

Diese dürften im Zusammenhang mit Planungen für einen neuen Standort der Hagener Abteilung der Fachhochschule Südwestfalen besonders wichtig sein: Im Gespräch ist ein Gelände des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB NRW) in unmittelbarer Nachbarschaft zum Universitätscampus. Die FernUniversität sieht die Möglichkeit zur gemeinsamen effizienten Nutzung neuer Gebäude und Infrastrukturen: „Die Grundidee gefällt uns gut. Wir würden die Räumlichkeiten, die wir dringend brauchen, in die Planungen einbringen“, betonte Prof. Pellert. Gemeinsam könnten beide Hochschulen auch die Stadt und die Region weiter voran bringen.

Foto: FernUniversität
Über das letzte Jahr und die nähere Zukunft informierten (v.li.) Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Rapp-Frick, Vorstandsvorsitzender Frank Walter, Rektorin Prof. Ada Pellert und Schatzmeister Dr. Kai Wilke.

Interessant ist für die FernUniversität, dass nur sie im Koalitionsvertrag der CDU-FDP-Landesregierung in NRW explizit genannt wurde: „Die FernUni soll zu einer weltweit anerkannten, forschungsbasierten Open University ausgebaut werden. ‚Forschungsbasiert‘ und ‚Ausbau‘ ist gut, was es mit der ‚Open University‘ auf sich hat, müssen wir noch sehen.“

Sehr erfreulich war der erste Besuch der neuen Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Isabel Pfeiffer-Poensgen, an der FernUniversität. Ihren Kabinettskollegen, den früheren Wissenschafts- und jetzigen Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, lernte die Rektorin in Hagen als „Anhänger“ der FernUni kennen. „Und mit Freude haben wir festgestellt, dass drei der neuen Bundesministerinnen und Bundesminister Absolventen bzw. Absolventen der FernUniversität sind.“ Sie wüssten, was es bedeutet, berufsbegleitend zu studieren.“

Zur Stärkung ihres Forschungsprofils hat die FernUniversität zwei neue interdisziplinäre Schwerpunkte eingerichtet. Zum einen geht es um die gesellschaftlich und bildungspolitisch zunehmend wichtigen Themen „Digitalisierung, Diversity und Lebenslanges Lernen“. Viele Hochschulen erkennen die Pionierarbeit der FernUniversität auf diesen Gebieten an. Beim Forschungsschwerpunkt „Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit“ arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Unternehmen in der Region zusammen. Zudem sucht die Rektorin das persönliche Gespräch mit Unternehmensführungen. Auch bei diesen Aktivitäten wird die Universität von der GdF unterstützt.

Ein Mann übergibt einem anderen Mann ein Präsent und schüttelt ihm die Hand. Foto: FernUniversität
Mit herzlichem Dank verabschiedete Frank Walter (re.) seinen Vorgänger im Amt des GdF-Vorstandsvorsitzenden Klaus Hacker,...

Nachwuchsförderung besonderes Anliegen

Auch im letzten Jahr konnte die Freundesgesellschaft wieder viele Projekte an der FernUniversität mitfinanzieren, berichtete ihr Vorstandsvorsitzender Frank Walter. Besonders erfreulich war, „dass bereits zum dritten Mal das ‚Unternehmensforum‘ stattgefunden hat“, bei dem Firmenvertreterinnen und -vertreter und Hochschulleitung ins Gespräch kommen.

Auch 2018 wird die GdF wieder viele FernUni-Projekte unterstützen. Dabei liegt ihr die Förderung von Studierenden und wissenschaftlichem Nachwuchs besonders am Herzen. Frank Walter: „Wir werden auch 2018 wieder zehn Deutschlandstipendien finanzieren. Die Förderung begabter und leistungsstarker Studienanfängerinnen und -anfänger und Studierender ist eine Investition in die Zukunft und dieses ist für uns alle lohnend.“

Ein Mann übergibt einem anderen Mann ein Präsent, Foto: FernUniversität
... und den früheren Präsidenten der SIHK, Harald Rutenbeck, aus dem Vorstand.

Kontinuität und Neues

Die Bedeutung, die die FernUniversität in Wirtschaft, Politik, Bildung und Gesellschaft sowie bei ihren Studierenden und Absolventinnen und Absolventen hat, spiegelt sich auch im Vorstand der GdF wider. Die Wahlen zu ihm waren gleichzeitig Indiz für Kontinuität wie für Neues.

Als Vorsitzender wurde Frank Walter (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse HagenHerdecke und FernUni-Absolvent) wiedergewählt. Die Wahl des Geschäftsführers dokumentierte die enge Verbundenheit der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK Hagen) mit der GdF: Schon der 2017 verstorbene Runar Enwaldt, von 1978 bis 1996 ihr erster Geschäftsführer, war SIHK-Hauptgeschäftsführer. Sein Nachfolger in beiden Ämtern, Dr. h.c. Hans-Peter Rapp-Frick, ist nach dem überraschenden Tod von Bernd Pederzani im Vorjahr nun neuer stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Rapp-Fricks Nachfolger als GdF-Geschäftsführer und SIHK-Hauptgeschäftsführer wiederum ist Dr. Ralf Geruschkat. Als Schatzmeister wurde Dr. Kai Wilke (Geschäftsführer der Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG, Iserlohn) bestätigt.

Neue Vorstandsmitglieder sind Ralf Stoffels (SIHK-Präsident), Erik Höhne (Vorstand der Firma ENERVIE Südwestfalen Energie und Wasser AG), Dr. med. Katja Pütter-Ammer (Geschäftsführerin der Firma Medice, Iserlohn) und Margarita Kaufmann (Beigeordnete der Stadt Hagen für Bildung, Jugend und Soziales, Kultur). Wiedergewählt wurden Angelika Quiring-Perl (Stadt Neuss) und Dr. Marcus Schölling (stellvertretender Sprecher des Absolventenkreises). Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz, Rektorin Prof. Ada Pellert, FernUni-Kanzlerin Regina Zdebel, der AStA-Vorsitzende Michael Krämer und – beratend – Robert Sindermann (Sprecher des Absolventenkreises) sind qua Amt Mitglieder.

Mit großem Dank für ihr Engagement verabschiedete Frank Walter den früheren SIHK-Präsidenten Harald Rutenbeck und Klaus Hacker (GdF-Vorstandsvorsitzender von 2007 bis 2012 und ebenfalls früherer Sparkassenchef) sowie Ivo Grünhagen aus dem Vorstand.

Ein Mann spricht in ein Mikrofon. Foto: FernUniversität
Hans-Peter Rapp Frick trug zweimal vor: einmal als GdF-Geschäftsführer und einmal als "Zeitzeuge" ihrer Entwicklung.

40 Jahre Freundesgesellschaft

Ein „Zeitzeuge“ konnte zum Schluss der Mitgliederversammlung einen Rückblick auf „40 Jahre Gesellschaft der Freunde der FernUniversität e.V.“ geben: Als Hans-Peter Rapp-Frick im Januar 1978 persönlicher Referent des SIHK-Hauptgeschäftsführers Enwaldt wurde, war es seine erste Aufgabe, die Gründung eines Vereins zur Förderung der „Fernuniversität – Gesamthochschule Hagen“ (so ihr damaliger Name) vorzubereiten. Rapp-Frick begleitete die Entwicklung der Freundesgesellschaft auf heute fast 1.200 Mitglieder, davon 880 FernUni-Alumnae und -Alumni.

GdF-Geschichte

Ein ausführlicher Bericht zu der Geschichte der GdF findet sich im Jahrbuch 2017 von FernUniversität und Freundesgesellschaft, das in Kürze als PDF-Datei unter http://e.feu.de/freunde zu finden ist.

Am 14. Februar 1978 – zwei Jahre nach Beginn des Studienbetriebes – ergriffen 14 Persönlichkeiten die Initiative und gründeten den Verein, der ein halbes Jahr später 70 und 1980 bereits 150 Mitglieder hatte. Von Anfang an ging es der Freundesgesellschaft um die Verbindung von FernUniversität und Gesellschaft. Für die Förderung ihres Bildungsauftrages konnte die GdF der Hochschule bisher insgesamt 2,65 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

In seinem Bericht als Geschäftsführer hatte er bereits angekündigt, dass auch 2018 Deutschlandstipendien, Doktoranden, russische und ungarische Praktikantinnen und Praktikanten, herausragende Prüfungsleistungen sowie eine hervorragende Lehrveranstaltung auf der Förderliste stehen.

Öffentlicher Vortrag

Der Mitgliederversammlung schloss sich ein öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Weibler (FernUniversität) über „Digitale Führung und neue Arbeitswelt“ an.

Gerd Dapprich | 24.04.2018