„Kleine Technikerinnen": Wie ein Stromkreis funktioniert

Das Projekt „Kleine Technikerinnen“ der FernUniversität ist erfolgreich an der Hagener Grundschule Emst gestartet. Alle Beteiligten sind sich einig: Fortsetzung erwünscht.


Foto: FernUniversität
Haben Spaß an Technik: Erstklässlerinnen der Grundschule Emst sind im FernUni-Schulprojekt „Kleine Technikerinnen" mit Feuereifer bei der Sache.

Es ist mucksmäuschenstill in der Klasse 1b, obwohl bereits die fünfte Unterrichtsstunde begonnen hat. Ein Blick auf den Schaltplan, ein Griff zu Widerständen und Schiebeschaltern. Zehn Erstklässlerinnen bauen auf ihren kleinen Steckbrettern erstaunlich schnell einen einfachen Stromkreis zusammen. Einschalten und das Licht geht an.

Das Projekt „Kleine Technikerinnen“ der FernUniversität in Hagen ist an der Grundschule Emst erfolgreich gestartet. „Wir möchten Mädchen möglichst früh für Informatik und Technik begeistern“, sagt Leiter Dr. Jörg Lenhardt. Der Wissenschaftler ist an der FernUniversität verantwortlich für die Abteilung Praktikum und Werkstatt in der Technischen Informatik. Seine Erfahrung im Studienalltag: „Bei unseren technischen Praktika sind unter 15 Teilnehmenden meist nur ein bis zwei Frauen. Das ist schade.“

Spielerischer Einstieg in die Technische Informatik

Wie sich schon Mädchen im Kindergarten- und Grundschulalter für Technik begeistern lassen, hat Jörg Lenhardt in seiner Freizeit ausprobiert. Mit seiner großen Tochter, seinem Sohn und Kindern aus der Nachbarschaft lötete er im Keller Platinen und baute auf Steckbrettern elektrische Schaltungen zusammen. „Die Mädchen waren genauso begeistert wie die Jungen. Daran wollte ich anknüpfen“, berichtet Lenhardt. Geboren war die Idee zum Schulprojekt „Kleine Technikerinnen“, das aus Diversity-Mitteln der FernUniversität finanziert wird.

An der Grundschule seiner Tochter rannte Jörg Lenhardt mit seiner Idee offene Türen ein. Das Interesse ist riesig. Fast alle Erstklässlerinnen machen mit. In Kleingruppen sind 40 Mädchen mit Feuereifer bei der Sache. Denn bei den kleinen Technikerinnen gibt’s keine trockene Theorie. Im Gegenteil. Auf dem Stundenplan stehen insgesamt acht Versuche, die sicher und spielerisch einen Einstieg in die Technische Informatik und die Elektrotechnik ermöglichen.

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Projektleiter Dr. Jörg Lenhardt hat für die Erstklässlerinnen hilfreiche Tipps parat.

Fortsetzung erwünscht

Wie funktioniert ein Stromkreis? Wie geht das Licht an und aus, und wie wird es hell und dunkel oder sogar bunt? „Die Kinder halten sich nicht mit Fachbegriffen auf. Sie legen einfach los und probieren aus“, sagt Rita Springer, stellvertretende Schulleiterin und Klassenlehrerin der 1b. „Wir freuen uns über dieses tolle Angebot, das wir ohne das Material und Knowhow der FernUni nicht anbieten könnten.“

Jörg Lenhardt, Rita Springer und die Erstklässlerinnen der Grundschule Emst sind sich einig: Fortsetzung erwünscht. Vorerst geht das Licht aus, aber nur bis zum nächsten Versuch der kleinen Technikerinnen.

Carolin Annemüller | 01.06.2018