Zum Tod von Prof. Werner Fuchs-Heinritz

Werner Fuchs-Heinritz, von 1984 bis 2007 Professor für Allgemeine Soziologie an der FernUniversität, wurde durch einen Verkehrsunfall im Alter von 76 Jahren aus dem Leben gerissen.


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Prof. Werner Fuchs-Heinritz

„Der Tod ist ein Problem der Lebenden.“ Diesen Titel – ein Zitat von Norbert Elias – trägt eines der Werke von Werner Fuchs-Heinritz (*1941). Mit dem Tod hat er sich schon früh in seinem wissenschaftlichen Leben beschäftigt. Seine Diplomarbeit zum Tod als möglicher Gegenstand der Soziologie wurde viel beachtet und ins Italienische und Japanische übersetzt. Nach dem Studium der Soziologie in Frankfurt und Berlin führten Werner Fuchs-Heinritz seine frühen wissenschaftlichen Stationen nach Münster, Dortmund und New York. In Münster wurde er 1970 zu Formen und Wirksamkeit studentischer Politik promoviert. In Marburg erhielt er sodann 1971 seinen ersten Ruf auf eine Professur für Soziologie der Bildung.

1984 berief die FernUniversität in Hagen Prof. Dr. Werner Fuchs-Heinritz auf die Professur für Allgemeine Soziologie. Der FernUniversität blieb er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst 2007 noch zwei weitere Jahre als Lehrbeauftragter treu. In dieser Zeit waren die qualitativen Methoden der empirischen Sozialforschung und insbesondere die Biografieforschung sein Schwerpunkt. Sein Einführungswerk in die Biografische Forschung gehört inzwischen zu den Standardwerken der deutschen Soziologie, ebenso das von ihm herausgegebene Lexikon zur Soziologie und seine Werke zu Pierre Bourdieu und Auguste Comte. In den 1980er Jahren war sein Name eng verbunden mit den Shell-Jugendstudien, an denen er mitarbeitete.

Werner Fuchs-Heinritz war ein sowohl den Kolleginnen und Kollegen als auch den Studentinnen und Studenten zugewandter, in seinem Handeln entschiedener und in seinen soziologischen Beobachtungen präzise analysierender Wissenschaftler. Durch einen tragischen Verkehrsunfall wurde er im Alter von 76 Jahren plötzlich aus dem Leben gerissen.

Sein Tod ist nun das Problem derjenigen, die ihn kannten und schätzten.

Dr. Christian Kurrat | 19.07.2018