Zwei erfolgreiche EDELNet-Summer School-Programme in Rotterdam

Die Studierenden konnten mit Kommilitoninnen und Kommilitonen aus drei Nationen an aktuellen juristischen und politischen Fragestellungen mit einem internationalen Bezug arbeiten.


350 Studierende haben seit 2008 an den gemeinsamen Summer School-Programmen der rechtswissenschaftlichen Fakultäten der FernUniversität in Hagen, der niederländischen OpenUniversiteit und der spanischen UNED teilgenommen, die sich zur strategischen Partnerschaft European Distance Education in Law Network (EDELNet) zusammengeschlossen haben. Seit 2015 werden ihre Summer Schools für Bachelorstudierende (LL.B.) und die Programme für Studierende des Master of Laws (LL.M.) über das ERASMUS+-Programm der Europäischen Union gefördert.

In diesem Jahr fanden die Summer School-Programme in Rotterdam statt, organisiert von der niederländischen Open Universiteit. Die Veranstaltungen boten den Studierenden die Chance, gemeinsam mit Kommilitoninnen und Kommilitonen aus drei Nationen an aktuellen juristischen und politischen Fragestellungen mit einem internationalen Bezug zu arbeiten und den internationalen Handelsstandort Rotterdam für eine Woche zu besuchen.

An der Bachelor-Summer School nahmen 30 Studierende aus Deutschland, Spanien und den Niederlanden teil, davon zwölf von der FernUniversität. Das Programm beinhaltete neben einer Einführung in die englische Rechtssprache auch Grundlagen der Rechtstheorie.

Die Vorbereitungsphase auf die englischsprachige Intensivveranstaltung hatte bereits im April in Form von Online-Kursen begonnen. Während der einwöchigen Summer School standen dann vertiefende Seminare zur englischen Rechtssprache und mehrere Case-Studies zu juristischen und politischen Problemfeldern im Mittelpunkt. Sie griffen vor allem aktuelle Fragen der europäischen Rechtsentwicklung auf, etwa wachsenden Nationalismus und Separatismus innerhalb der Mitgliedsstaaten oder die umstrittene Justizreform in Polen und die damit verbundenen Gefahren für das Prinzip der Gewaltenteilung.

Ein Mann steht vor Frauen, die an Tischen sitzen. Foto: FernUniversität
Prof. Dr. Karl-August Prinz von Sachsen Gessaphe war einer der Lehrenden in Rotterdam.

Im Anschluss an die Bachelor-Summer School fand das Programm für Master of Laws-Studierende statt. Die 13 Teilnehmenden – fünf aus Hagen – konnten erstmalig zwischen einem zivil- und prozessrechtorientierten sowie einem strafrechtlichen Angebot wählen.

Das zivilrechtorientierte Angebot richtete sich an Studierende des LL.M., die Interesse an der Rechtsvergleichung und dem internationalen Privat-, Zivilprozess- und Handelsrecht haben. Im Rahmen des alternativen Angebots wurden internationale Fragen des Strafrechts und der Europäischen Menschenrechtskonvention thematisiert. Beide Masterangebote beinhalteten einen Moot Court – eine simulierte Gerichtsverhandlung, in der die Studierenden die Rollen der Parteien einnehmen und ihre jeweiligen Positionen vor einem (Schieds-)Gericht begründen müssen.

Erneut konnten mit Rhonson Salim (Open University UK), Prof. Dr. Vanessa Jiménez (Universidad de Salamanca), Bastian Wetzel (Universität Passau) und Prof. Dr. Dimitris Melissas (Nationale Technische Universität Athen) Lehrende neuer Kooperationspartner des EDELNet für die Summer School Programme gewonnen werden. Als Lehrende der FernUniversität waren Prof. Dr. Karl August Prinz von Sachsen Gessaphe, Dr. Juan Garcia Blesa, Dr. Christian Nierhauve (Masterprogramm) und Nils Szuka sowie Dr. Sebastian Piecha (Bachelorprogramm) in Rotterdam beteiligt.

Seit 2015 werden die Summer Schools für Bachelorstudierende und die Programme für Studierende des Master of Laws der Partneruniversitäten über das ERASMUS+-Programm der Europäischen Union gefördert.