Nach 25 FernUni-Jahren ein weiterer guter Lebensabschnitt

Jürgen Jahns, Professor für Mikro- und Nanophotonik, sieht dem Ruhestand gelassen entgegen. Seine Entscheidung, 1994 aus den USA zur FernUniversität zu kommen, war für ihn richtig.


„Vor Ihnen liegt ein guter Lebensabschnitt!“, prophezeite Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert ihrem Kollegen Prof. Dr. Jürgen Jahns bei seiner Verabschiedung: Am 1. März beginnt der Ruhestand des Professors für Mikro- und Nanophotonik der FernUniversität in Hagen. In die Zukunft blickt er mit großer Gelassenheit: „Es wird eine Veränderung, aber kein Bruch. Ich will die Zeit erst einmal auf mich zukommen lassen.“ Und im Rückblick auf ziemlich genau 25 Jahre Tätigkeit an der FernUniversität resümierte er: „Ein guter Abschnitt liegt hinter mir!“ Seine Arbeit in der Hagener Elektrotechnik – die heute Teil der Fakultät für Mathematik und Informatik (MI) ist – begann am 23. Februar 1994: „Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht.“

Eine Frau und zwei Männer stehen vor einem roten Bild und blicken in die Kamera. Foto: FernUniversität
Prof. Jürgens Jahns (Mi.) sieht dem Leben im Ruhestand entspannt entgegen, versicherte er Rektorin Prof. Ada Pellert und Dekan Prof. Jörg Desel.

Aus den USA nach Hagen

Nach dem Physikstudium und der Promotion (1982) an der Universität Erlangen-Nürnberg führte ihn sein Berufsweg von 1983 bis 1986 zur Siemens AG in München, dann bis zur seiner Berufung an die FernUniversität für acht Jahre zu den AT&T Bell Labs in New Jersey. Doch als sich die Frage stellte, wohl für immer in den USA zu bleiben oder Professor zu werden, entschied Jürgen Jahns sich für die Industriestadt zwischen Ruhrgebiet und Sauerland. Das hat er nicht bereut.

Aus der City auf den Campus

Zunächst befand sich sein Lehrgebiet, das damals „Optische Nachrichtentechnik“ hieß, in der Hagener Innenstadt: eine angemietete Drei-Zimmer-Wohnung für fünf Mitarbeitende. Sein Labor war in einer ehemaligen Druckerei am Rand der City untergebracht. „Ich hatte aus den USA einiges an Geräten mitgebracht“, erinnerte sich Jahns im Gespräch mit der Rektorin zurück. Doch 1996 konnte das Lehrgebiet in das neu errichtete Philipp-Reis-Gebäude auf dem Campus umziehen und die forschungsfördernde Infrastruktur nutzen, unter anderem einen Reinraum und die mechanische Werkstatt der Hochschule. 2013 wurde das Lehrgebiet in „Mikro- und Nanophotonik“ umbenannt.

In den 25 Jahren hat Jahns die reizvolle Region und das Ruhrgebiet kennen und schätzen gelernt: „Wer das Ruhrgebiet nicht kennt, kennt Deutschland nicht.“ Daher hat der gebürtige Erlanger auch keine konkreten Pläne, aus Hagen wegzuziehen: „Das Leben ist offen.“ So konnten sich die Rektorin und der Dekan der Fakultät MI, Prof. Dr. Jörg Desel, schon bei der Verabschiedung freuen, Jürgen Jahns auf dem Campus wiederzusehen.

Aus der Verantwortung in die Freiheit

Zum anderen gab Jahns freimütig zu: „Als Professor ist man schon sehr selbstständig und frei, das ist das Schöne an dem Beruf“. Im Ruhestand ist er von der Leitung und Organisation des Lehrgebiets befreit und kann in Mikro- und Nanooptik, in Plasmonik, Mikrooptischer Systemintegration, Optischer Verbindungstechnik, Ultrakurzen optischen Pulsen sowie in der Numerischen Simulation mikro- und nano-optischer Bauelemente weiterarbeiten – „Auch wenn es vielleicht nicht die ganz große Forschung wird.“

Durch einige Konferenzeinladungen im Zusammenhang mit seiner bisherigen Arbeit und ein Promotionsgutachten ist er zudem bis Mitte 2019 „ausgebucht“: „Ich will schauen, dass ich vor Weihnachten mehr Zeit habe als bisher.“

Gerd Dapprich | 28.02.2019