Gäste aus Finnland, Spanien und den Niederlanden

Delegationen von drei europäischen Fernuniversitäten besuchten den Hagener Campus. Beim Treffen ging es um gemeinsame Interessensfelder und den strategischen Erfahrungsaustausch.


Menschen an einem Konferenztisch Foto: FernUniversität
FernUni-Rektorin Prof. Ada Pellert (5. v. li.) suchte im kleineren Kreis den Dialog mit den internationalen Gesandtschaften und den Verantwortlichen aus Hagen.

Die FernUniversität in Hagen ist einzigartig, aber keineswegs allein in Europa: Auch andere staatliche Hochschulen haben sich auf Modelle der Fernlehre spezialisiert. Unter ihnen sind die finnische Open University of Jyväskylä, die spanische Universitat Oberta de Catalunya (UOC) und die Open Universiteit Nederland. Mit ihnen steht die FernUniversität schon lange in freundschaftlichem Kontakt. Jetzt besuchten Delegationen der drei ausländischen Universitäten den Hagener Campus. Ziel des zweitätigen Strategietreffens war es, gemeinsame Interessen zu diskutieren und Wissen zu teilen.

FernUni-Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert und Prof. Dr. Uwe Elsholz, Prorektor für Weiterbildung, Transfer und Internationalisierung, empfingen die Gäste. Zu ihnen zählten unter anderem Dr. Jukka Lerkkanen (Direktor der Open University of Jyväskylä), Dr. Jeroen Winkels (Head of Academic Affairs der Open Universiteit) sowie von der UOC Prof. Dr. Lourdes Guàrdia Ortiz, Professorin für Bildungswissenschaften, und Israel Conejero Arto, strategischer Berater der Hochschulleitung.

Vonseiten der FernUniversität nahmen Mitarbeitende aus verschiedenen Lehrgebieten, dem Zentrum für Medien und IT, der Universitätsbibliothek und aus Stabstellen der Bereiche Digitalisierung, Datenschutz und Internationalisierung teil.

„Wir versuchen schon länger, die Fernuniversitäten in Europa näher zusammenbringen“, erklärt Dr. Ingrid Thaler mit Blick auf die gelungene Annäherung. Das International Office der FernUniversität hatte den Austausch federführend organisiert. „Es gibt bereits kleinere gemeinsame Initiativen in Lehrprojekten. Mit unserem Treffen wollten wir etwas größer denken.“

Gruppenfoto im Flur Foto: FernUniversität
Die Teilnehmenden von der Open University of Jyväskylä, der Universitat Oberta de Catalunya, der Open Universiteit Nederland und der FernUniversität in Hagen schauen mit Tatendrang in die Zukunft.

Miteinander arbeiten, voneinander lernen

Dazu gehörte zum einen, gemeinsame Handlungsfelder auszuloten. So gab es etwa erste Überlegungen zu einem gemeinsamen, internationalen Studienangebot „European Digital Education“ zur Förderung digitaler Kompetenzen und europäischer Identität. Zum anderen ging es um den konkreten Wissensaustausch. Jede der vier Fernuniversitäten bringt ganz eigene Stärken mit. Dementsprechend gibt es vieles, was die Hochschulen voneinander lernen können.

Zum Beispiel verfügt die UOC bereits über eine virtuelle Portalumgebung für Studium und Lehre – und somit über einen Erfahrungsschatz, an den das Projekt Lehrbetrieb der FernUniversität perfekt anknüpfen kann. Dessen organisatorische Leiterin Dr. Cristina Pozo Vicente unterstreicht: „Die jeweiligen Innovationsprozesse und technologischen Entwicklungen an den Universitäten waren wichtige Themen beim Austausch.“

Die FernUniversität weckte mit ihren guten Angeboten zur Vernetzung Interesse bei den ausländischen Hochschulen. Zum Beispiel kommen seit letztem Jahr FernUni-Studierende dank einer speziellen Lerngruppen-App noch leichter miteinander in Kontakt.

Partnerschaft statt Konkurrenz

Alle vier Universitäten setzen auf die Fernlehre. Als Konkurrentinnen sehen sich die vier Universitäten indes nicht. Jede Hochschule hat ihre eigene – zumeist national oder sprachlich verankerte – Zielgruppe. Auch die Lehr- und Lernmodelle unterscheiden sich deutlich: Beispielsweise ist die UOC im Gegensatz zur FernUniversität eine reine Online-Universität.

Auch wenn die Gäste nach zwei Tagen wieder abreisen mussten – das Gefühl der Verbundenheit jenseits von Ländergrenzen ist stärker denn je. „Wir wollen uns auch weiterhin regelmäßig treffen“, konstatiert Ingrid Thaler. „Das Netzwerk soll weiter aufgebaut werden.“ Auch Cristina Pozo Vicente ist fest vom Potenzial der internationalen Zusammenarbeit überzeugt: „Trotz der kulturellen Unterschiede zwischen den Teilnehmenden, hat man gemerkt, dass alle an einem Strang ziehen und es einen gemeinsamen Geist gibt.“ Das nächste Netzwerktreffen ist für den Herbst geplant.

Benedikt Reuse | 26.04.2019