Welche Beziehung haben Sie zu den Fantasy-Figuren von „Game of Thrones”?

Das Hagener Mentoring fördert Doktorandinnen und Postdoktorandinnen der FernUniversität. Wir begleiten die geförderten Wissenschaftlerinnen – heute Psychologin Inga Korte.


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Welche Bindung haben Menschen zu Figuren aus Fantasy-Serien?

Das Hagener Mentoringprogramm unterstützt Doktorandinnen und Postdoktorandinnen der FernUniversität in Hagen beim Einstieg in eine wissenschaftliche Karriere. In lockerer Folge begleiten wir die geförderten Wissenschaftlerinnen auf ihrem Weg zur Promotion und Habilitation – heute Inga Korte (30) aus dem Lehrgebiet Gesundheitspsychologie.

Welche Beziehung haben Sie eigentlich zu Bundeskanzlerin Angela Merkel? Wie sieht es mit Harry Potter aus? Oder mit den Figuren der Fantasy-Reihe „Game of Thrones“? Inga Korte beschäftigt sich in ihrer Promotion mit parasozialen Beziehungen. „Es geht um die Beziehung zu Figuren in Medien. Das können echte Menschen sein oder Lieblingsfiguren in Büchern und Serien“, erklärt die Psychologin. Eine Befragung zu „Game of Thrones“ ist bereits gelaufen, eine weitere soll möglicherweise im kommenden Jahr zum Start des neuen Star-Wars-Kinofilms folgen. „Und was passiert, wenn ein Charakter sich anders verhält als erwartet?“, nennt Korte eine weitere zentrale Frage. „Hier geht es um enttäuschte Erwartungen und Auswirkungen für die rezipierenden Personen.“

Karriere in der Forschung

Die Wissenschaftliche Mitarbeiterin steht noch am Anfang ihres Projekts. „Das Hagener Mentoring hilft mir, meine Promotion nicht aus den Augen zu verlieren“, sagt die 30-Jährige aus Münster. Die zweite Runde des Programms ist erst im März dieses Jahres gestartet. Schon jetzt profitiert Inga Korte davon. Mit Dr. Inga Specht vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung suchte sie sich eine Mentorin aus, die an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung tätig ist. „Ich möchte mein Netzwerk über das universitäre Umfeld hinaus erweitern“, erklärt Korte, die ihre berufliche Zukunft in der Forschung sieht. „Die Stellen sind rar und eine wissenschaftliche Karriere ist schwer planbar“, weiß sie. „Da hilft der Blick über den Tellerrand.“

eien Frau sitzt auf einer Bank auf dem weißen Platz vor dem Eingang zum Seminargebäude Foto: FernUniversität
Inga Korte promoviert über parasoziale Beziehungen und wird im Hagener Mentoringprogramm beim Einstieg in ihre wissenschaftliche Karriere gefördert.

Das Hagener Mentoring

Mentoring, kollegiale Beratung und professionelles Coaching: Mit diesen drei Säulen unterstützt das Hagener Mentoring Doktorandinnen und Postdoktorandinnen der FernUniversität beim Einstieg in eine wissenschaftliche Karriere. Weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau eines eigenen fachlichen und überfachlichen Netzwerks. Beim eigentlichen Mentoring begleiten erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Teilnehmerinnen. Im Gegensatz zur fachlichen Betreuung durch die Vorgesetzten stehen dabei Kompetenzen im Mittelpunkt, die jenseits des konkreten Themas der Promotion oder Habilitation liegen. Aktuell läuft bereits die zweite Runde des Programms.

An der FernUniversität ist Inga Korte seit 2015 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrgebiet Gesundheitspsychologie von Prof. Dr. Christel Salewski. Die Promovendin hatte zuvor bereits ihren Bachelor und Master in Hagen gemacht und ist daher ein echtes Eigengewächs. Mit der Rechtspsychologie fand sie im Studium einen ihrer Arbeitsschwerpunkte. Als psychologische Sachverständige erstellte sie selbst familiengerichtliche Gutachten. Momentan betreut sie das Modul 2 „Gutachten und Kommunikation“ sowie das entsprechende Seminar im Masterstudiengang. „Die Inhalte sind eng angelehnt an die berufliche Praxis“, berichtet sie. „Die Studierenden lernen dabei, was ein echter Gutachter macht. Das ist auf jeden Fall inspirierend.“

Kollegiale Beratung

Mit der Teilnahme am Mentoringprogramm und ihrer Promotion zu parasozialen Beziehungen hat Inga Korte nun ihren Fokus geändert. Ihre Arbeit als Gutachterin ruht vorerst, damit sie neben der Lehre fokussiert ihre Promotion vorantreiben kann. Als hilfreich empfindet sie dabei die kollegiale Beratung mit den anderen Mentees. „Das ist eine Wahnsinns-Ressource, die man zur Verfügung gestellt bekommt“, berichtet sie. „Wenn zehn Promovendinnen und Habilitandinnen aus unterschiedlichen Fachgebieten auf ein Problem blicken, ist das super hilfreich. Man bekommt einen anderen Blickwinkel.“

Carolin Annemüller | 11.07.2019