Ein „zugewandter Mensch“ geht

Neun Jahre lang engagierte sich Manfred Scholle als Vorsitzender ihres Hochschulrats für die FernUniversität. Sie ist für ihn ein Modell mit großer Berechtigung.


Ein Mann blickt in Richtung Kamera. Foto: Veit Mette
Manfred Scholle war neun Jahre lang Vorsitzender des Hochschulrats der FernUniversität.

Ein „zugewandter Mensch“ zu sein, ist ein besonderer Charakterzug von Dr. Manfred Scholle. Nach neun Jahren als Vorsitzender des Hochschulrats der FernUniversität in Hagen übergab er dieses Amt an die frühere Rektorin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Prof. Dr. Ursula Nelles. Für die Hagener Hochschule dankte die Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert ihm herzlich für seinen enormen Einsatz.

Manfred Scholle gehörte bereits ab 2008 dem ersten Hochschulrat an, 2010 übernahm er dessen Vorsitz. Sein Amt führte er mit enormem Engagement, großem Zeiteinsatz und höchst kommunikativ aus, hob die Rektorin hervor. Auch im Hintergrund waren oft viele Gespräche zu führen, etwa bei Personalentscheidungen auf der obersten Ebene. Scholle war nach offenen, langen Diskussionen im Hochschulrat immer auf einstimmige Entscheidungen bedacht, um die volle Unterstützung des Gremiums für einmal getroffene Entscheidungen zu haben und somit dem Rektorat großen Rückhalt zu geben.

Immer ansprechbar

Allen seinen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern in der Hochschule zeigte er seine Wertschätzung, immer war er für sie erreichbar. Selbst aus dem Weihnachtsurlaub in Australien meldete er sich umgehend.

Die FernUniversität voranzutreiben, lag Manfred Scholle immer wirklich am Herzen: „Sie ist ein Modell, das große Berechtigung in der bildungspolitischen Landschaft hat“, war und ist sein Credo. „Es hat mir immer viel Freude gemacht, sie mitzugestalten – sonst hätte ich mich nicht so eingesetzt“, bekannte er. So ließ sich der ehemalige Wirtschaftsmanager auch nicht von der für ihn ungewohnten zeitaufwändigen Gremienarbeit entmutigen.

Bildungspolitik stand bereits am Karriereanfang

Eine Frau und ein Mann stehen nebeneinander und blicken in Richtung Kamera. Foto: FernUniversität
Manfred Scholle mit seiner Nachfolgerin Prof. Ursula Nelles

Die Bildungspolitik spielte für ihn nicht erst als Mitglied des Hochschulrats, sondern bereits am Anfang seiner Karriere eine wichtige Rolle: Scholle, 1946 in Berlin geboren, wurde nach den Studien der Rechtswissenschaften und der Betriebswirtschaftslehre und der Promotion zum Dr. jur. 1973 Mitarbeiter in der Berliner Senatsverwaltung. Unter anderem war er persönlicher Referent des Senators für Wissenschaft und Kunst und beim Regierenden Bürgermeister von Berlin.

Nach Tätigkeiten als Stadtrat in Salzgitter und in Dortmund war er von 1991 bis 1998 Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, danach Mitglied des Vorstandes der VEW Energie AG. Im Jahr 2000 übernahm er den Vorstandsvorsitz der RWE GAS AG, von 2004 bis 2011 war er Vorstandsvorsitzender der Gelsenwasser AG.

Gerd Dapprich | 09.12.2019