Promovieren mit Familie im Gepäck

Mit dem ersten Abschluss wird das Promotionskolleg „Familie im Wandel“ des Instituts für Soziologie an der FernUniversität zur Erfolgsgeschichte.


Portrait einer Frau Foto: Susanne Knebel, Fotografie
Erfolgreiche Promovendin: Sarah Eckardt ist Mutter von drei Kindern und hat ihre Dissertation „Die unbekannte Geburt" erfolgreich beendet.

Promovieren, ohne dabei auf Familie und Kinder zu verzichten: Das ermöglicht das Promotionskolleg „Familie im Wandel“ des Instituts für Soziologie an der FernUniversität in Hagen drei junge Wissenschaftlerinnen. Mit dem ersten Abschluss wird das Kolleg nun zur Erfolgsgeschichte. Sarah Eckardt (33) hat ihre Dissertation „Die unbekannte Geburt“ erfolgreich beendet. „Das Stipendium war für mich eine hervorragende Möglichkeit, Familie und Forschung zu verbinden“, bilanziert die Mutter von drei Kindern. „Anders wäre es nie gegangen.“

Mit Franziska Krüger und Sarah Leonie Bauer biegen zwei weitere Frauen auf die Zielgerade ein. „Auch sie promovieren mit Familie im Gepäck“, sagt die verantwortliche Juniorprofessorin Dr. Dorett Funcke. Das Promotionskolleg wurde an ihre Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen gebunden. Finanziert werden die dreijährigen Stipendien für die Promovendinnen durch das Unternehmen mit Sitz in Coesfeld sowie durch die Gesellschaft der Freunde der FernUniversität.

Wie Frauen Geburt erleben und deuten

Sarah Eckardt hat in ihrer Promotion untersucht, wie Frauen Geburt erleben, deuten und gestalten. Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der empirischen Sozialforschung an der Universität Erfurt lässt sie das Thema Familienforschung auch in Zukunft nicht los. Sarah Leonie Bauer befasst sich im Zeitalter von „Helikopter-Eltern“ mit dem Einfluss von Bildung auf Elternschaft. Und Franziska Krüger untersucht Aushandlungsprozesse von ost-/westdeutschen Paaren mit Kindern bei der Gestaltung von Familie, Haushalt und Arbeit.

Portrait einer Frau Foto: FernUniversität
Prof. Dorett Funcke betreut das Promotionskolleg und würde das Programm gerne fortsetzen.

Vielfalt des familialen Wandels

Dorett Funcke hofft auf eine Neuauflage des Programms. „Über das Kolleg lassen sich Familie und Promotion vereinbaren“, bilanziert die Soziologin. „Hier wird der Wandel der Familie ernst genommen.“ Und gleichzeitig thematisch weiter erforscht. „Die Promotionsthemen spiegeln die Vielfalt des familialen Wandels wider“, berichtet Funcke.

Eng verbunden ist das Promotionskolleg zudem mit der Forschungswerkstatt, die Dorett Funcke seit 2013 aufgebaut hat. Promovierende, Studierende, Externe und Praktikerinnen und Praktiker bringen hier Material und Daten aus dem Bereich qualitativer Sozialforschung ein: vom Beobachtungsprotokoll bis zur Sitzordnung, von der Jugendamtsakte bis zu Interviews mit Paaren und Familien. Neben Tipps für die Auswertung steht der allgemeine Austausch über die Forschungsarbeiten im Fokus. Erste Ergebnisse ihrer Forschung stellen die Promovendinnen zudem bei der BürgerUniversität in Coesfeld vor.

„Die Promotion ist ein Dauerlauf“, weiß Funcke. Diesen hat Sarah Eckardt nun erfolgreich bewältigt – auch weil sie auf die Unterstützung des Promotionskollegs zählen konnte. „Es war eine wertschätzende Begleitung und ein hilfreicher Anker.“

Carolin Annemüller | 18.03.2020