Die FernUniversität bündelt und stärkt ihre Forschung im Energie- und Umweltsektor

Windkraftanlagen Foto: Thomas Gorski/EyeEm/Getty Images

Vor der Tür steht der Klimawandel nicht mehr, angesichts der weltweit massiv steigenden Temperaturen sind sich Expertinnen und Experten einig: Er ist bereits da. Energie- und Umweltsektor stellen alle Gesellschaften vor substantielle Herausforderungen. Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft müssen zukunftsorientierte und nachhaltige Lösungsmodelle für die damit verbundenen Probleme entwickeln. Die Herausforderungen bereits angenommen haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fakultäten der FernUniversität in Hagen; sie bündelt die Aktivitäten jetzt in ihrem neuen interdisziplinären Forschungsschwerpunkt „Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit“. Um die Schlagkraft durch Synergieeffekte entscheidend zu erhöhen, nimmt sie darin insbesondere fachliche und thematische Schnittstellen in den Blick.

Beforscht werden sollen politische, ökonomische, gesellschaftliche und technologische Dimensionen des Energie- und Umweltsektors sowie ihre gegenseitigen Abhängigkeiten. Ansätze und Auswirkungen der Energie- und Umweltpolitik werden analysiert. „Unser Ziel ist es, neben der Grundlagenforschung auf diesem Gebiet auch praxisnahe und prozessorientierte Lösungsmodelle für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu entwickeln“, sagt Prof. Dr. Andreas Kleine, Prorektor der FernUniversität für Forschung und wissenschaftliche Nachwuchsförderung. Der Schwerpunkt liegt angesichts der komplexen gesellschaftlichen, ökonomischen und technologischen Herausforderungen auf einem analytischen Brückenschlag zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Die interdisziplinäre Spannweite der Forschungsperspektiven der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reicht von betriebs- und volkswirtschaftlichen Ansätzen über politik-, sozial- und rechtswissenschaftliche Fragestellungen bis hin zu Komponenten aus dem Bereich der Informatik.

Renommierter Moderator

Die Fäden des Forschungsschwerpunktes laufen bei Prof. Dr. Alfred Endres zusammen. Der Volkswirt hat in seinem FernUni-Lehrstuhl Umweltprobleme und Umweltpolitik aus dem ökonomischen Blickwinkel betrachtet. Nach seiner Emeritierung zum 1. August stellt der renommierte Umweltökonom gerne seine Expertise zur Verfügung: „Ich sehe meine Hauptaufgabe als Senior Advisor darin, den Forschungsschwerpunkt zu moderieren und noch mehr Kolleginnen und Kollegen für die Mitarbeit zu gewinnen.“

Bereits zwei Forschungsgruppen aktiv

Die Beteiligten können einzeln forschen oder fachübergreifende Forschungsgruppen bilden. Zwei interdisziplinäre Gruppen sind bereits tätig.

  • Bei MaXFab (Management Energieflexibler Fabriken) geht es darum, den Wissensstand zur strategischen Planung und zum operativen Betrieb energieflexibler Fabriken zu erweitern. Die Beteiligten wollen neue Methoden als Grundlage für die nächste Generation betrieblicher Planungssysteme schaffen und einen Beitrag für ein umweltfreundliches und wettbewerbsfähiges Wirtschaftssystem leisten.

Die Beteiligten:

Prof. Dr. Lars Mönch, Lehrgebiet Unternehmensweite Softwaresysteme (Informatik)

Prof. Dr. Andreas Kleine, Lehrstuhl für Quantitative Methoden und Wirtschaftsmathematik (Wirtschaftswissenschaft)

Prof. Dr. Robert Gaschler, Lehrgebiet Allgemeine Psychologie: Lernen, Motivation, Emotion (Psychologie)

Prof. Dr. Rainer Baule, Lehrstuhl für Bank- und Finanzwirtschaft (Wirtschaftswissenschaft)

  • STREAM steht für Smart Traffic using Edge and Social Computing. Die Forschungsgruppe will ein neuartiges Routing-System für Verkehrsprognosen entwickeln. Auf der Grundlage künstlicher neuronaler Netzwerke liefert STREAM aktuelle und effiziente Routen- und Fahrzeit-Empfehlungen, um Staus und Schadstoffemissionen zu reduzieren.

Die Beteiligten:

Dr. Katharina Ebner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Betriebliche Anwendungssysteme (Wirtschaftswissenschaft)

Prof. Dr. Wolfram Schiffmann, Lehrgebiet Rechnerarchitektur (Informatik)

Prof. Dr. Jörg Keller, Lehrgebiet Parallelität und VLSI (Informatik)

Prof. Dr. Stefan Smolnik, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Betriebliche Anwendungssysteme (Wirtschaftswissenschaft)

Darüber hinaus haben zahlreiche weitere Professorinnen und Professoren der FernUniversität aus allen Fakultäten Forschungsinteressen im Themenbereich des Forschungsschwerpunktes Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit.

Netzwerke und Kooperationspartner des Forschungsschwerpunkts sind:

EUA – European University Association/ EUA issues Energy Action Agenda for universities

Enervie – Südwestfalen Energie und Wasser AG

Fraunhofer Academy

Fraunhofer UMSICHT

Ringvorlesung

Mit der interdisziplinären Ringvorlesung „Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit“ wendet sich der Forschungsschwerpunkt an bereits beteiligte und an interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso wie an die Öffentlichkeit. Im kommenden Wintersemester sollen drei Einzelveranstaltungen in der FernUniversität aufzeigen, welche Beiträge die Wissenschaft leisten und wie ein Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis gelingen kann.

  • Am 10. Oktober hält Prof. Dr. Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), einen Vortrag über „Die wirtschaftlichen Chancen einer klugen Energiewende“, FernUniversität in Hagen, Gebäude 3, Universitätsstr. 11, Raum Ellipse, 17.30 Uhr, .
  • Prof. Dr. Michael Schreckenberg (Universität Duisburg-Essen) referiert am 5. Dezember über „Die Zukunft der Mobilität – wie wir uns bewegen werden“, Gebäude 2, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, Raum 1 bis 3, 18.00 Uhr.
  • Prof. Dr. Jens Newig (Leuphana Universität Lüneburg) spricht am 16. Januar 2019 über „Mehr Bürgerbeteiligung = mehr Ökologie? Ergebnisse der Lüneburger Partizipations-Studie, FernUniversität in Hagen, Gebäude 3, Universitätsstr. 11, Raum Ellipse, 18.00 Uhr.

Die Reihe wird fortgesetzt.

Gerd Dapprich | 04.09.2018