Hochschulentwicklungsplan 2023: Lebendiges Arbeitsprogramm für alle Bereiche der FernUni

Studierende mit Notebook auf dem Campus Foto: Torsten Silz
Was hat sich die FernUni für die nächsten zwei Jahre vorgenommen? Antworten gibt der HEP 2023.

Wir schreiben das Jahr 2023. In der Verwaltung laufen die Prozesse komplett digital. Beschäftigte arbeiten flexibel im Homeoffice, in Präsenz und im Mobile Office. Angestoßen durch Corona hat sich ein Mix an unterschiedlichen Prüfungsformen etabliert. Wo die FernUniversität in gut zwei Jahren stehen will, verraten Rektorin Prof. Ada Pellert und Kanzlerin Birgit Rimpo-Repp schon heute im Interview über den neuen Hochschulentwicklungsplan (HEP) 2023.

FernUniversität: Weg vom Papiertiger hin zum Arbeitspaket: Der neue HEP 2023 ist deutlich praxisnäher gestaltet als vorherige Strategiepapiere. Welche Genese steckt dahinter?

Ada Pellert: Wir haben uns bewusst nur einen Arbeitsplan bis Ende 2023 vorgenommen. Für diesen Zeitraum überblicken wir auch die finanzielle Situation gut. Wir verfolgen die wichtigsten Themen aus dem bisherigen HEP weiter plus unsere neuen Strategien für Digitalisierung, Internationalisierung, Transfer und Lehre, die in den vergangenen Jahren entwickelt wurden. Alle wollten ein pragmatisches Arbeitsprogramm. Der HEP gibt den Rahmen dafür vor, den alle Bereiche jetzt mit konkretem Leben füllen müssen.

Foto: Volker Wiciok
Rektorin Prof. Ada Pellert verrät im Interview, was die FernUni bis 2023 erreichen will.

FernUniversität: Wie kann die Umsetzung unter Beteiligung aller Bereiche gelingen?

Birgit Rimpo-Repp: Die Fakultäten, die zentralen Bereiche und Verwaltungseinrichtungen haben zu dem Arbeitspaket ihren Teil beigetragen. Wir haben bereits angefangen, Maßnahmen aus dem HEP herunterzubrechen: Wie sind einzelne Bereiche daran beteiligt? Wer ist verantwortlich für die Umsetzung? Es nützt ja wenig, einen Papiertiger zu haben, wenn wir uns nicht Gedanken darüber machen, wie wir die Ziele erreichen und vor allem, wie wir die Menschen beteiligen, die die Arbeit leisten.

Ada Pellert: Der Hochschulentwicklungsplan ist mit allen Gremien abgestimmt: Rektorat, Hochschulrat und Senat. Parallel haben die Fakultäten aufgeschrieben, was sie sich in diesem Zeitraum vornehmen. Es gibt also ein allgemeines Arbeitsprogramm und ein Arbeitsprogramm pro Fakultät. Wir als Rektorat haben uns daraus unsere konkrete Planung abgeleitet. Ziel ist es nun, dass wir in halbjährlichen Gesprächen feststellen, was wir erreicht haben und was noch nicht.

Foto: Volker Wiciok
Kanzlerin Birgit Rimpo-Repp spricht über das Arbeitsmodell der Zukunft.

FernUniversität: Die Corona-Pandemie hat insbesondere die Themenfelder Digitalisierung sowie Studium und Lehre beeinflusst. Welche Erfahrungen aus der Krise fließen in den HEP ein?

Birgit Rimpo-Repp: Corona ist ein unglaublich guter Beschleuniger gewesen für all das, was wir ohnehin schon in der Pipeline hatten. Das, was vorher als zartes Pflänzlein zu sehen war, ist jetzt enorm gewachsen. Die Kolleginnen und Kollegen haben gesehen, an welchen Stellen wir in der Digitalisierung noch weiterkommen müssen, damit wir zu guten Ergebnissen kommen.

FernUniversität: Gibt es dafür konkrete Beispiele?

Birgit Rimpo-Repp: Das Arbeiten im Homeoffice zum Beispiel. Das wäre ohne Corona sicherlich auch irgendwann gekommen, es hätte aber länger gebraucht.

Ada Pellert: Und ein neuer Mix an Prüfungsmethoden. Da haben wir jetzt deutlich mehr im Köcher als vor Corona. Diese Erfahrungen sind unheimlich wichtig. Wir müssen jetzt schauen, wie unser Prüfungswesen in Zukunft ausschauen soll.

Themen- und Handlungsfelder

Das Rektorat der FernUniversität in Hagen hat den Hochschulentwicklungsplan (HEP) 2023 verabschiedet. Der neue HEP und seine Handlungsleitlinien geben der FernUniversität eine verbindliche Orientierung für die Zukunft. In dem Strategiepapier wird die Entwicklung der Hochschule für die nächsten zwei Jahre entlang strategischer Themen- und Handlungsfelder konkretisiert. Dazu zählen Studium und Lehre, Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs, Digitalisierung und Internationalisierung. Weitere Felder sind Personal- und Organisationsentwicklung, Ressourcen- und Finanzplanung sowie Weiterbildung und Transfer.

FernUniversität: Was wollen Sie bis 2023 auf jeden Fall erreicht haben?

Ada Pellert: Wir müssen uns auf vier Kernbereiche fokussieren, vor allem die Weiterentwicklung unserer Mission als Universität des Lebenslangen Lernens. Wir wollen die Innovationsfähigkeit absichern. Und wir müssen unsere Sichtbarkeit steigern, insbesondere der Forschung. Und das Ganze begleitet vom Ausbau unserer finanziellen Ressourcen. Da werden wir uns sehr dahinter klemmen.

Birgit Rimpo-Repp: Um Ressourcen für diese wichtigen Aufgaben und Ziele zu haben, müssen wir uns in einigen Bereichen weiter verbessern, zum Beispiel in der Verwaltungs-Digitalisierung. Hier müssen wir unsere Prozesse vereinfachen und digitalisieren. Außerdem sind wir dabei, zentrale Bereiche der Universität von einer hierarchisch geprägten Struktur in der Verwaltung weiterzuentwickeln zu einer partizipativen Kultur. Da ist schon viel passiert, aber Ende 2023 wollen wir hier nochmal ganz anders dastehen als heute.

Carolin Annemüller | 10.09.2021