Neue Reihe Gender in Literatur und Gesellschaft

Bettina Wilpert hat ihr Buch Foto: FernUniversität
Bettina Wilpert las aus ihrem Debütroman und erzählte über den Schreibprozess und ihre Recherchen.

Hat er sie nun vergewaltigt oder nicht? War es eine Straftat oder einvernehmlicher Geschlechtsverkehr? Wie gehen Freunde, Bekannte, das ganze Umfeld mit den Anschuldigungen um? Die Wahrheit hat zwei Gesichter, wir müssen genau hinsehen. In Bettina Wilperts Roman „nichts, was uns passiert“ geht es um das Thema sexuelle Gewalt. Mit einer Lesung aus ihrem vielbeachteten Debüt wurde die neue Reihe „Zuschreibungen und Umschreibungen: Gender in Literatur und Gesellschaft“ an der FernUniversität in Hagen eröffnet.

Für Studierende und Öffentlichkeit

„Mit der Veranstaltungsreihe möchten wir die Möglichkeit bieten, über das Thema Gender zu diskutieren. Sie soll sowohl Studierende als auch die Öffentlichkeit in Hagen und an der FernUniversität ansprechen“, erklärt Dr. Jeanine Tuschling-Langewand, Verantwortliche für die kulturellen Veranstaltungen der Universitätsbibliothek. Sie hat das Konzept entwickelt und koordiniert die Umsetzung. Die Reihe besteht aus drei unterschiedlichen Komponenten: In regelmäßigen Abständen werden Lesungen zur Thematik stattfinden, für Studierende werden vor- und nachbereitend thematisch passende Seminare angeboten, und die UB hat ihre Literatur zur Genderforschung fächerübergreifend aufgestockt. „So wollen wir die Genderforschung und -lehre zusätzlich unterstützen.“

Für Studierende bietet die Reihe durch die Kombination aus einer Lesung und einem Seminar zudem einen besonderen Anreiz, einmal nach Hagen zu kommen. Das erste thematisch passende Seminar übernahm Jun.-Prof. Dr. Irina Gradinari (literatur- und medienwissenschaftliche Genderforschung). Am 24. und 25. Januar bot sie die Lehrveranstaltung „Ein gewaltsamer Topos: Vergewaltigung in verschiedenen Medien“ an. Irina Gradinari: „Wir haben das Thema der Vergewaltigung diskurshistorisch, literatur- und medienhistorisch angegangen, aber auch intermedial und aus der Perspektive der tradierten Ästhetik. Für die anwesenden Studierenden aus dem Bachelor Kulturwissenschaften hat sich die Kombination aus Lesung und Seminar auf jeden Fall gelohnt, sie waren begeistert.“

Aus Gleichstellungsmitteln finanziert

Finanziert wird die Reihe aus Mitteln der Gleichstellungsstelle. Für die besonders erfolgreiche Umsetzung von Gleichstellungsplänen können die Fakultäten und zentralen Einrichtungen der FernUniversität Preisgelder erhalten. Diese sind wiederum für Gleichstellungs- und Genderaufgaben einzusetzen. „Die UB hatte solch ein Preisgeld bekommen. Ich finde es natürlich wunderbar, wenn daraus so eine Reihe entsteht“, freut sich die Gleichstellungsbeauftragte der FernUniversität Kirsten Pinkvoss.

Die nächste Lesung im Rahmen der Reihe wird am 5. Juli um 17.30 Uhr als Begleitveranstaltung zur Jahrestagung der Gesellschaft für Geschlechterforschung stattfinden. Die Bloggerin und Aktivistin Anne Wizorek liest aus „Weil ein #aufschrei nicht reicht – Für einen Feminismus von heute ".

Carina Grewe | 27.02.2019