Bestseller-Autorin Anke Stelling zu Gast an der FernUniversität

Auf dem Bild freuen sich Prof. Dr. Irina Gradinari und Dr. Jeanine Tuschling-Langewand über den Besuch von Anke Stelling an der FernUni. Foto: FernUniversität
Prof. Irina Gradinari (links) und Jeanine Tuschling-Langewand (rechts) freuen sich über den Besuch von Anke Stelling (Mitte) an der FernUni.

Die aus eher einfachen Verhältnissen stammende Protagonistin Resi schafft sich durch Bildung und ihren Freundeskreis in Berlin ein neues Zuhause. Ihre Freunde bringen nach und nach ihre „Schäfchen ins Trockene“ und bauen sich zusammen ein gemeinsames Eigenheim mit begehbaren Kleiderschränken und bodentiefen Fenstern. Resi kann an diesem ambitionierten, aber auch kostspieligen Wohnprojekt nicht teilnehmen – ihr fehlt das Geld. Die Protagonistin merkt bald, dass sie aufgrund der doch nicht so leicht zu überwindenden Klassengrenzen, die sie durch ihre Bildung zu passieren geglaubt hatte, aus ihrem Freundeskreis ausgeschlossen wird. Und darf sie das Politische an dem vermeintlich Privaten als Autorin in ihren Büchern und Artikeln überhaupt thematisieren?

Lebendige Diskussion

Auf dem Bild sitzen die Veranstaltenden mit Anke Stelling zusammen und debattieren über ihren Roman. Foto: FernUniversität
Bei der anschließenden Diskussion hatten die Zuschauenden Gelegenheit, der Autorin Fragen zu stellen und mit ihr und den Veranstaltenden den Roman zu debattieren.

Bei der anschließenden Diskussion mit Dr. Jeanine Tuschling-Langewand und Prof. Irina Gradinari hatten die Zuschauenden Gelegenheit, der Autorin Fragen zu stellen und mit ihr und den Veranstaltenden den Roman zu debattieren. Anke Stelling merkte dabei an, dass die politische Sonntagsrede für mehr Toleranz oft im Gegensatz dazu stehe, dass die Gesellschaft ihre „Schäfchen ins Trockene“ bringen möchte.

Prof. Dr. Irina Gradinari stellte Zusammenhänge zur Gendertheorie und zu berühmten Vorbildern in der Literaturgeschichte her. So erinnere beispielsweise Resis Schreibkämmerchen nicht rein zufällig an Virginia Woolfs „A room of one‘s own“. „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir Anke Stelling an die FernUni einladen konnten“, zeigte sich Dr. Jeannine Tuschling-Langewand mit der Lesung sehr zufrieden: „Die Veranstaltung war gut besucht und die Teilnehmenden hatten sichtlich Freude an der Lesung und der Diskussion.“

Dramatikerin setzt Reihe der Lesungen vor

Die Dramatikerin Theresia Walser setzt die Reihe am 24. Oktober um 18 Uhr (Eintritt frei) fort. Mit ihrem Theaterstück „Nach der Ruhe vor dem Sturm“ thematisiert sie die Gender-Frage im Nachgang zu den aktuellen Debatten um #metoo und den Sexismus in der deutschen Kulturszene. Die Lesung findet im Rahmen der kreativen Schreibwerkstatt mit Theresia Walser statt, die Prof. Dr. Irina Gradinari in Zusammenarbeit mit Dr. Jeanine Tuschling-Langewand für die Studierenden der FernUniversität organisiert. Mit ihrem Theaterstück „Nach der Ruhe vor dem Sturm“ thematisiert sie die Gender-Frage im Nachgang zu den aktuellen Debatten um #metoo und den Sexismus in der deutschen Kulturszene.

Über die Autorin

Anke Stelling hält ihren Roman „Schäfchen im Trockenen“ in ihren Händen. Foto: FernUniversität
Anke Stelling mit ihrem Roman „Schäfchen im Trockenen“.

Anke Stelling lebt in Berlin. Sie hat am Leipziger Literaturinstitut studiert. Beim unabhängigen Berliner „Verbrecher Verlag“ veröffentlichte sie ihren Roman „Bodentiefe Fenster“ über das Leben in einem selbstverwalteten Gemeinschaftshaus in Prenzlauer Berg und wurde 2015 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Für ihren aktuellen Roman „Schäfchen im Trockenen“ erhielt sie den Preis der diesjährigen Leipziger Buchmesse 2019 und schaffte den Einstieg in die Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Veranstaltung der Universitätsbibliothek in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle

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Die Lesung von Anke Stelling war Teil der Reihe „Zuschreibungen und Umschreibungen: Gender in Literatur und Gesellschaft“. Diese von der Universitätsbibliothek in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle organisierte Reihe soll innerhalb und außerhalb der FernUniversität die Zusammenarbeit zum Thema Gender stärken und Raum für Diskussionen schaffen. Einen Schwerpunkt der Reihe bilden Lesungen, in denen Texte mit genderrelevanten Fragen vorgestellt werden.

Gleichstellung an der FernUniversität

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Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein Entwicklungsziel der FernUniversität und als zentrale Aufgabe in der Hochschule verankert. Sie setzt sich seit langem und in besonderer Weise dafür ein. Zum Beispiel gibt es ein Netzwerk für Promovendinnen. Auch unterstützt die FernUni Forschungsprojekte zur Genderforschung, die zu einer zunehmenden Implementierung dieser als wissenschaftliches Thema führen sollen. Es gibt zudem eine Vielfalt an Aktionen, Maßnahmen und Veranstaltungen, im Rahmen derer sich an der FernUniversität für Gleichstellung eingesetzt und engagiert wird.

Annemarie Gonsiorczyk | 02.01.2020