Wie viel ist uns gute Kita-Qualität wert?

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Der Personalschlüssel in den Kitas muss verbessert werden, damit kindgerecht gearbeitet werden kann.

Wie hat sich die Anzahl der pädagogischen Kita-Fachkräfte in Deutschland in den vergangenen Jahren entwickelt und wie sind diese qualifiziert? Für wie viele Kinder sind die Kita-Fachkräfte zuständig? Wie viel Zeit wird in Kindertageseinrichtungen für Leitungsarbeit zur Verfügung gestellt? Welche Unterschiede existieren zwischen den Bundesländern? Antworten auf diese und eine Vielzahl weiterer zentraler gesellschafts- und bildungspolitischer Fragen bietet das Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung. Dieses ist zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit der FernUniversität in Hagen erschienen. Das Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung kooperiert unter Leitung von Prof. Dr. Julia Schütz seit September 2018 mit der Bertelsmann Stiftung.

Kita-Qualität ist nicht kindgerecht

Die im Ländermonitor und -report Frühkindliche Bildungssysteme 2019 dargestellten Auswertungen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik, die von der FernUniversität in Hagen durchgeführt wurden, zeigen: Es hat zwar eine quantitative Zunahme des pädagogischen Personals in Kitas stattgefunden. Jedoch ist weiterhin eine deutliche Verbesserung des Personalschlüssels erforderlich, um Qualität und eine kindgerechte Bildung, Erziehung und Betreuung gewährleisten zu können. Ungünstige Personalschlüssel sorgen dafür, dass in zahlreichen Kitas nicht kindgerecht gearbeitet werden kann. Die aktuelle Personalsituation in den Einrichtungen belastet neben der Kita-Qualität zudem auch die Erzieherinnen und Erzieher. Darüber hinaus erschweren es die Arbeitssituation und die strukturellen Rahmenbedingungen der Fachkräfte, mehr Menschen für den Beruf zu begeistern.

Zentrales strukturelles Qualitätsmerkmal von Kitas ist der Personalschlüssel. Nach Empfehlung der Bertelsmann Stiftung sind für eine gute Kita auch bundeseinheitliche Standards für eine professionelle Leitungsausstattung, berufsbegleitende Beratung sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung der Fachkräfte wichtig.

Portrait einer Frau Foto: FernUniversität
Prof. Julia Schütz leitet das Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung an der FernUniversität.

Auswertung der Daten

Seit 2008 berichtet das Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung über den Status quo und die Entwicklung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland. Grundlage des jährlich aktualisierten Monitorings sind Auswertungen unter anderem von Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik. Die diesjährigen Berechnungen wurden auf Grundlage des zwölf Jahre bestehenden Ländermonitorings Frühkindliche Bildungssysteme von Julia Schütz und ihren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Jana Viola Frings und Felicitas Kempf vorgenommen.

Carolin Annemüller | 02.01.2020