Weltweites Interesse an „Stupsern“ zur Klimarettung

Auf weltweites Interesse stieß der Online-Vortrag „Braucht es nur einen kleinen Stupser zur Klimarettung? Zur Rolle des Verbrauchers für die Politik", den Dr. Kathrin Loer in der Ringvorlesung Energie, Umwelt & Nachhaltigkeit der FernUniversität in Hagen hielt. Die Professorin an der Hochschule Osnabrück war bis zum Sommer 2020 Wissenschaftlerin an der FernUniversität in Hagen. Zu ihrer Live-Vorlesung registrierte die FernUniversität fast 140 externe Anmeldungen. Sie kamen auch u.a. aus Österreich, den Niederlanden, den USA, Russland und England.

Foto: FernUniversität
Prof. Kathrin Loer bei ihrem Online-Vortrag, der jetzt allen Interessierten zur Verfügung steht.

Jeden Tag treffen Verbraucher viele Entscheidungen, die letztlich Klima und Umwelt beeinflussen. Prof. Dr. Kathrin Loer vertritt aufgrund ihrer Forschungen die Meinung, dass Verbraucherinnen und Verbraucher nicht immer nur durch Ver- und Gebote oder finanzielle Anreize zu einem bestimmten Verhalten veranlasst werden müssen. Vielmehr genügen oft schon „Stupser“ oder „Schubser“ („Nudgets“) für Verhaltensänderungen. Die Instrumentenpalette umfasst also auch psychologische Tricks und Hinweise. Ein Beispiel sind auf den Boden aufgeklebte Fußabdrücke, die vom Energie fressenden Aufzug weg hin zur „nachhaltigen“ Treppe führen.

Ausgangspunkt ihres Vortrages war die Frage, wie sich individuelles Verbraucherhandeln auf den Markt auswirkt und in welchen Formen es sich zu politischem Handeln entwickeln kann. Daran schloss sich die Überlegung an, wie politische Instrumente in geeigneter Weise gestaltet sein sollen, damit sowohl Anbieterinnen und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen als auch Verbraucherinnen und Verbraucher zur Realisierung umweltpolitischer Ziele beitragen können.

Vom Energieberater bis zum Global Player

Die Interessierten an Loers Live-Vortrag kamen aus verschiedensten Unternehmen und öffentlich-rechtlichen Institutionen. Ihr Bogen reichte von der Modefirma über ein global aktives Risikomanagement- und Beratungsunternehmen sowie einen weltweit tätigen Anbieter von Halbleiterlösungen bis hin zum Landkreis. Auch wissenschaftliche Mitarbeitende der Stanford University und der University of Southampton sowie ein Redakteur eines namhaften Nachrichtenmagazins wollten wissen, was die Politikwissenschaftlerin zu sagen hatte. Dass dies aber auch für die alltägliche Praxis der Energieberatung interessant ist, zeigte u.a. die Anmeldung eines Schornsteinfegerbetriebes.

Prof. Loer ist externes Mitglied im Forschungsschwerpunkt EUN der FernUniversität.

Gerd Dapprich | 18.03.2021