Azubis naschen FernUni-Honig

Die Bienen sind nervös. Kein Wunder, denn es hängt ein Gewitter in der Luft und darauf reagieren sie wie andere Tiere äußerst sensibel. Ausgerechnet an dem Tag, an dem FernUni-Imker Markus Kroll seine „Ladys“ vorzeigen möchte. Fünf Auszubildende sind an den Rand des Fleyer Walds am Hagener Campus gekommen, wo die fünf Völker der FernUniversität in ihren Kästen wohnen. Vergangenen November hatten die Auszubildenden für Büromanagement noch bei der Abfüllung des ersten FernUni-Honigs geholfen. Jetzt wollten sie sich vergewissern, dass „ihre“ fleißigen Bienen gut in die neue Saison gestartet sind – vorsichtshalber mit zwei Metern Sicherheitsabstand.

Markus Kroll ist entspannt – heute noch mehr als sonst –, als er einen der Bienenstöcke öffnet. Die Stimmung des Imkers überträgt sich sofort auf die umherwuselnden Drohnen und Arbeiterinnen. „Es ist sehr wichtig, sich langsam zu bewegen und fokussiert zu sein, dann beruhigen sich die Bienen auch.“ Für den FernUni-Imker ist die Zeit mit den Völkern die beste Anti-Stress-Kur, die er sich nach einem fordernden Arbeitstag in seinem eigentlichen Job als Referent für Studium und Lehre an der Digitalen Hochschule NRW vorstellen kann.

100 Kilogramm Campusgold im Juni

Foto: FernUniversität
Die FernUni-Auszubildenden Dominik Lang, Pia Friedhoff, Imker Markus Kroll und Jean-Pierre Klatt (v.li.) begutachten die Bienenvölker der Universität.

Die Bienen bauen ihre Waben in viereckigen Holzrahmen, die in den Kästen hängen. Einige dieser Wabenrahmen sind schon prall gefüllt. Von hellgelb bis bernsteinfarben schimmert es zwischen den Holzlatten. Der Honig ist fast erntereif. „Möchte mal jemand probieren?“, fragt Markus Kroll in die Runde. Jean-Pierre Klatt traut sich als Erster. Behutsam tunkt er den Finger in die Waben. Hygienetechnisch kein Problem, der Honig wirkt antiseptisch und Propolis, die klebrige Bausubstanz der Bienen, hat nicht nur eine desinfizierende, sondern sogar antivirale Eigenschaften. „Ganz schön süß!“, lautet das Urteil der Geschmacksprobe. „Und wenn man weiß, wo der Honig herkommt, schmeckt er gleich noch mal so gut.“

Zwei bis drei Kilometer rund um den Hagener Campus sind die FernUni-Bienen unterwegs, sammeln Pollen und Nektar von Wiesen, Feldern und aus Gärten. Daraus produziert jedes der Völker 40 Kilogramm Honig im Jahr, wenn alles normal läuft. Geerntet wird in zwei Etappen. Die ersten 100 Kilogramm entnimmt Markus Kroll Ende Juni. Die zweite Ernte ist wie im vergangenen Jahr im Spätsommer und wird dann wahrscheinlich wieder kurz vor Weihnachten im FernUni-Shop erhältlich sein.

„Wildblumen sind besser als Hängegeranien“

Für den Honig-Verkauf ist die Erkältungssaison natürlich kein schlechter Zeitpunkt, berichtet Dominik Lang aus eigener guter Erfahrung. „Ich habe meiner Schwester letztes Jahr ein Glas geschenkt, als sie krank war, und festgestellt, Campusgold hilft super gegen Halsschmerzen“, sagt er und beweist nebenbei Qualitäten als Werbebotschafter.

Damit weiterhin natürlicher, gesunder und pestizidfreier Honig in den Tee und auf die Quarkbrötchen kommen kann, gibt Markus Kroll gleich noch ein paar Tipps für eine bienenfreundliche Umgebung zuhause: „Wer Bienen in der Natur unterstützen möchte, legt am besten einen Grünstreifen mit Wildblumensaat im Garten an. Wichtig wäre nur, dass die Samen hier aus der Region kommen“, sagt der Imker. „Wildblumen sind besser als Hängegeranien.“ Zumindest aus Sicht der Bienen.


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Sarah Müller | 21.06.2022