Arbeiten im Homeoffice: Die Top Drei der Vor- und Nachteile

eine Frau arbeitet in der Küche im Homeoffice Foto: geber86/E+/GettyImages
Wie sehen die Arbeitsbedingungen im Homeoffice aus? Interessierte können bei der Studie noch einsteigen.

Wie sehen die Arbeitsbedingungen im Homeoffice in der Corona-Krise aus? Mit dem zweiten Lockdown hat das Lehrgebiet Arbeits- und Organisationspsychologie der FernUniversität in Hagen die zweite Befragungswelle seiner Homeoffice-Studie gestartet. Wegen des großen Interesses am Projekt erhalten Unternehmen die Möglichkeit, neu dazu zu kommen. Unter der Leitung von Dr. Christiane Stempel läuft derzeit die Auswertung der Umfrage aus dem Frühjahr. Inzwischen liegen erste Ergebnisse vor.

Die Top Drei der Vor- und Nachteile

Die Top Drei der größten Vor- und Nachteile des Arbeitens im Homeoffice stehen fest. Demnach schätzen die Teilnehmenden besonders den Wegfall zeitraubender Pendelzeiten, eine stärkere Flexibilität und Autonomie sowie konzentrierteres und störungsfreieres Arbeiten. Gleichzeitig wurden als Nachteile am häufigsten der fehlende Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, ungenügende räumliche und technische Ausstattung sowie mangelnde Abgrenzung zwischen Berufs- und Privatleben genannt.

Mit Blick auf die konkreten Arbeitsbedingungen zeigt sich, dass viele Fehlbelastungsfaktoren wie zum Beispiel schlechtes Informationsmanagement, fehlende soziale Unterstützung und Unklarheiten bezüglich des eigenen Verantwortungsbereiches im Homeoffice kritischer eingeschätzt werden. Arbeitsunterbrechungen und soziale Belastungen haben hingegen eher abgenommen. „Diese Ergebnisse unterstreichen, dass auch im Homeoffice eine Gestaltung von Arbeitsbedingungen notwendig ist, um die Gesundheit der Beschäftigten zu gewährleisten“, betont Studienleiterin Christiane Stempel.

Führungskräfte erleben vor allem Aspekte der Kommunikation, das soziale Miteinander und die strukturellen Anpassungen im Rahmen der Corona-Pandemie als herausfordernd.

Da die Fragestellung seit dem Frühjahr nicht an Brisanz verloren hat und sich das Forschungsteam die Veränderungsprozesse anschauen möchte, werden auch in der zweiten Welle die Arbeitsbedingungen von Teilnehmenden im Homeoffice erfasst.

Auch im Homeoffice ist eine Gestaltung von Arbeitsbedingungen notwendig, um die Gesundheit der Beschäftigten zu gewährleisten.

Dr. Christiane Stempel

Hintergrund der Studie

Als im Zuge der Corona-Krise Ende März 2020 viele Jobs ins Homeoffice verlegt wurden, gingen viele Berufstätige das erste Mal in Heimarbeit, andere das erste Mal dauerhaft. Von den befragten Personen geben 54 Prozent an, dass sie vor der Corona-Pandemie (fast) nie im Homeoffice gearbeitet haben. Nur 31 Prozent berichten, dass sie einen eigenen separaten Raum für das Arbeiten zu Hause haben.

„Diese einmalige Situation haben wir genutzt, um Chancen und Risiken des Homeoffice zu untersuchen“, blickt Christiane Stempel zurück. Zentral waren Fragen, wie Beschäftigte das Homeoffice wahrnehmen, in welchem Ausmaß sich die Bedingungen zwischen Büro und Heimarbeitsplatz unterscheiden und wie die Mitarbeitenden mit diesen Unterschieden umgehen. Unterschiede zwischen erfahrenen und unerfahrenen Homeoffice-Arbeitenden sind nun Gegenstand der weiteren Auswertung und einer zweiten Befragung. Für diese haben sich viele Teilnehmende der ersten Welle angemeldet. Für Personen, die im Homeoffice arbeiten und noch nicht an der Studie teilgenommen haben, besteht noch bis Ende des Jahres die Möglichkeit einzusteigen.

Carolin Annemüller | 10.12.2020