Neue Stressdown-App: Gesund durchs Fernstudium

Foto: Cavan Images/Cavan/GettyImages/FernUniversität
Die App soll zu mehr Wohlbefinden und Gelassenheit im Fernstudium beitragen.

Studierende an der FernUniversität in Hagen meistern ihren Studienalltag oft zwischen Familie und Beruf. Viele disziplinieren sich noch zum Lernen, wenn andere längst Feierabend haben. Die Arbeit lohnt sich; allerdings treibt die Mehrfachbelastung auch den Stresspegel in die Höhe. Deshalb ist es gerade für Fernstudierende wichtig, eine gute Resilienz zu entwickeln und das eigene Wohlbefinden im Auge zu halten. Hilfe dabei gibt ab sofort die neue „Stressdown-App“ der FernUniversität. Sie wurde speziell für Fernstudierende entwickelt und ist kostenlos für mobile Android- und iOS-Geräte abrufbar. Entstanden ist das Angebot im Lehrgebiet Gesundheitspsychologie – in Kooperation mit dem Center für elektronische Weiterbildung der FernUniversität. Den Rahmen bildete das Projekt „Die Gesundheit Fernstudierender stärken“ der Techniker Krankenkasse.

„Wir möchten die Studierenden der FernUni bei der Stressbewältigung unterstützen“, erklärt Gesundheitspsychologin Prof. Dr. Christel Salewski. „Die App ist deshalb ganz auf die Bedürfnisse dieser speziellen Zielgruppe ausgerichtet.“ Um ihr gerecht zu werden, hat das Lehrgebiet seit 2017 mehrere Bedarfsanalysen, Umfragen und Testrunden durchgeführt und die Anwendung Stück für Stück maßgeschneidert. Dennoch wird niemand ausgeschlossen: „Die Inhalte, die wir in der App bereitstellen, sind trotzdem für alle interessant“, betont Jessica Kemper, die das Projekt als Wissenschaftliche Mitarbeiterin betreut.

Weniger Stress, mehr Wohlbefinden

Für die beiden Psychologinnen ist die App eine Herzenssache. „Ich habe immer den Anspruch, meine Erkenntnisse auch anwendbar zu machen“, bekräftigt Prof. Salewski. Kemper ergänzt: „Wir thematisieren Gesundheitsförderung schon lange in der Lehre, konnten unseren Studierenden bislang aber noch nichts Praktisches an die Hand geben.“ Das ändert sich mit dem neuen Angebot: „Im Prinzip hat die App zwei Stoßrichtungen. Erstens gibt es einen Methodenkoffer. Hier finden sich verschiedene Übungen und Tools, die das Wohlbefinden im Alltag steigern und zur Stressreduktion im Studium beitragen“, fasst Kemper zusammen. „Es gibt zum Beispiel Tipps zum Zeitmanagement, spezielle Atemtechniken, Audios mit Fantasiereisen oder körperliche Übungen – etwa zur progressiven Muskelentspannung.“ Die Palette sei individuell nutzbar. Schließlich favorisiere jeder Mensch andere Methoden, um mit Stress umzugehen. „Das zweite Herzstück der App ist ein Stresstraining. Hier vermitteln wir gebündeltes Wissen, stellen Aufgaben zur Selbstreflexion und bieten ausführlichere Übungen an, um die eigenen Stressbewältigungskompetenzen langfristig aufzubauen.“

Nachhaltige Unterstützung

Insgesamt war den Forscherinnen wichtig, dass nicht nur Probleme thematisiert, sondern positive Kräfte aktiviert werden. „Zum Beispiel, indem man sich einfach mal hinsetzt und bewusst darüber nachdenkt, was am Tag gut war. So wird eine optimistische Denkrichtung angestoßen – und der Elefant, den man sich selbst manchmal schafft, vielleicht wieder zur Mücke reduziert.“ Zudem fördert die App die Langzeitmotivation: Kleine Trophäen regen niederschwellig zum Weitermachen an. Ein Stimmungstagebuch schafft Raum, Ergebnisse nachhaltig zu reflektieren. Die aktive Nutzungsdauer ist auf etwa drei Monate angelegt – aber auch danach bleibt die App als Tagebuch, Nachschlagewerk und Übungsanleitung nutzbar.

Portraits Foto: Tübben/Wiciok
Jessica Kemper und Prof. Christel Salewski

Gebündeltes Knowhow

Bei der Entwicklung holten sich die Psychologinnen weitere Unterstützung ins Boot: Zum einen bestand steter Austausch mit dem Center elektronische Weiterbildung der FernUniversität, deren Profis die technische Umsetzung der App übernahmen. Zum andere arbeiteten die Forscherinnen eng mit der Techniker Krankenkasse als Kooperationspartnerin zusammen, die Mittel und wertvolles Knowhow in das Projekt einbrachte. „Wir haben uns auf denselben wissenschaftlichen Grundlagen bewegt, was die Stressbewältigung angeht“, freut sich Salewski.

Um ihre Privatsphäre müssen sich Nutzende der App dabei nicht sorgen, versichert Kemper: „Die App leitet keine Daten an uns weiter. Alle Daten werden auf dem Endgerät gespeichert und sind somit nur für die Nutzenden sichtbar.“ Auch sonst legten die Psychologinnen hohen Wert auf Vertrauenswürdigkeit, Sicherheit und Usability, und bezogen wichtige FernUni-interne Vertretungen mit ein – zum Beispiel die Sozialberatung, das Zentrum für Medien und IT oder das Service-Center der FernUniversität.

Einladung zur Verbesserung der App

Noch befindet sich die App in einem frühen Stadium. Die Gesundheitspsychologinnen bleiben jedoch am Ball, sammeln Feedback, prüfen Ergebnisse und optimieren die Anwendung weiter. „Die App ist natürlich unser Baby“, unterstreicht Salewski die hohe Motivation im Team und setzt auf die Mithilfe der Fernstudierenden: „Wir bitten alle an der ersten Evaluationsrunde teilzunehmen. Innerhalb der App bekommen sie eine Einladung, ihre Erfahrungen in einer externen Befragung zu teilen. Das sind natürlich sehr wertvolle und wichtige Rückmeldungen für uns, um der App den letzten Schliff zu geben.“


 

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Benedikt Reuse | 19.03.2021