Deutschlandstipendium: Anerkennung für
32 Talente

Mit einer simpel klingenden Formel brachte es Adrian Sauer auf den Punkt: „Man kann alles als Last oder Lust empfinden. Mit einer positiven Einstellung zum Lernen klappt es besser im Studium.“ Bei ihm selbst hat es so funktioniert: Der 26-Jährige ist im Übergang vom Bachelor- in den Masterstudiengang Wirtschaftswissenschaften an der FernUniversität in Hagen. Parallel dazu promoviert Sauer im Fach Maschinenbau, seinem Erststudium. Zu einer immerhin zweimonatigen „Verschnaufpause“ hat die Unterstützung aus dem Bundesförderprogramm Deutschlandstipendium Adrian Sauer verholfen.

Treffen in Hagen

Bei einem Treffen der Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten an der FernUniversität bedankte sich Sauer bei den Sponsorinnen und Sponsoren – bei Unternehmen und Privatpersonen. „Danke für die Anerkennung eines Studiums, für das man sich gegenüber anderen oft rechtfertigen muss.“ Sich rechtfertigen dafür, dass wenig(er) Zeit für Familie, Freundinnen und Freunde bleibt. Zusammen mit Sauer waren 25 der aktuell 32 Studierenden mit Deutschlandstipendium für ein rund zweitägiges Programm nach Hagen gekommen.

„Das Treffen ist eine super Gelegenheit, sich mit Studierenden aus anderen Fächern auszutauschen und Kontakte zu knüpfen“, bekräftigt Holger Böse, der an der FernUniversität infernum (Interdisziplinäres Fernstudium Umweltwissenschaften) aus „rein privatem Interesse“ studiert, ohne den Abschluss beruflich einzusetzen. Wie familienkompatibel ein Fernstudium ist, zeigte der Besuch einer Stipendiatin mit ihrem sieben Monate alten Baby.

Freundesgesellschaft bekräftigt Unterstützung

„Unsere Studierenden sind reicher an Erfahrung aus Leben und Beruf als der Bundesdurchschnitt“, unterstrich auch Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert im Rahmen eines Empfangs für die Stipendiatinnen und Stipendiaten. „Sie verbinden viele unterschiedliche Stränge miteinander – Familie, Studium, Job, Engagement – und sind fachlich auch noch gut dabei. Das spiegeln die 32 Biografien wider.“ Damit machte Pellert die Bereitschaft der FernUniversität deutlich, auch im kommenden Förderjahr erneut Deutschlandstipendien zu vergeben.

  • Neben der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität fördern 2017/2018 das Deutschlandstipendium: Sparkasse Hagen-Herdecke; Märkische Bank; Wilo Foundation; Dörken AG; Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG; Südwestfälische Industrie- und Handelskammer Hagen; Rotary Club Hagen-Lenne; CD Wälzholz; dormakaba Deutschland GmbH; die Hagener Privatpersonen Bernd Pederzani (†), Hans-Rudolf Hermannsen und Klaus Oberliesen sowie Absolventen der FernUniversität.

Ohne die Förderinnen und Förderer gelingt das allerdings nicht. Umso erfreulicher, dass sich Frank Walter als Vorsitzender der Freundesgesellschaft der FernUniversität und als Sparkassenvorstand Hagen/Herdecke erneut dafür stark macht, „Chancen für engagierte und herausragende Studierende zu schaffen.“ Walter kann als Absolvent der FernUniversität nachvollziehen, was ein Studium parallel zu Beruf und Familie bedeutet.

Von Schließsystemen bis zur Kunst

Um einen Einblick in die Region zu bekommen, besichtigten die Studierenden das Unternehmen dormakaba in Hagens Nachbarstadt Ennepetal. Dormakaba fertigt mechanische und elektronische Schließ- und Zugangssysteme: von voll vernetzten Zutrittslösungen über physische Zugangs- und automatische Türsysteme bis hin zu Türbändern, Beschlägen und Türschließen. Aus dem einstigen Familienbetrieb wuchs ein weltweit agierendes Unternehmen mit mehr als 16.000 Beschäftigten. „Die Entwicklung von Menschen liegt uns bei dormakaba besonders am Herzen, wir verstehen dies auch als wichtigen Teil unseres Beitrags zur Gesellschaft“, so Tim Eichhoff, verantwortlich für die Personalentwicklung des Segments Access Solutions DACH bei dormakaba in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Das Deutschlandstipendium ist daher ein tolles Programm, um Studierende mit besonderen Leistungen und sozialem Engagement zu fördern.“

Mit der FernUniversität verbinden die Stipendiatinnen und Stipendiaten nun auch den Kunstsammler und -mäzen Karl Ernst Osthaus (1874–1921) sowie den Künstler Emil Schumacher (1912–1999): Beide stehen als Namenspaten für die Museen im Hagener Kunstquartier, das die Gruppe ebenfalls besuchte.

Anja Wetter | 28.02.2018