Projekt Lehrbetrieb startet internationalen Dialog

Historisches Bauwerk in Spanien mit blauem Schild, auf dem UOC steht. Foto: UOC_Universitat
Der zentrale Standort der Universitat Oberta de Catalunya

Gespräche bringen frische Ideen! Das gilt nicht nur zwischenmenschlich, sondern auch im Austausch von Universitäten: Beteiligte des Projekts Lehrbetrieb der FernUniversität in Hagen haben jetzt den Dialog mit der Universitat Oberta de Catalunya (UOC) aufgenommen. Anna Hinzmann, Oliver Schönwald und Dr. Cristina Pozo Vicente trafen sich im Rahmen eines zweitätigen Erasmus+ Staff Exchange mit einer Delegation der spanischen Hochschule in Barcelona, um sich gegenseitig über die Entwicklungsstände im Bereich der Digitalisierung zu informieren. Dem Expertenteam aus Hagen ging es dabei insbesondere darum, neue Sichtweisen auf ihre laufende Arbeit an einer digitalen Portalumgebung für Studium und Lehre zu gewinnen, die wesentliche Services und Werkzeuge des Fernstudiums zusammenführen soll. Das International Office der FernUniversität unterstützte das Projektteam bei der Organisation.

Cristina Pozo Vicente, organisatorische Leiterin des Projekts Lehrbetrieb, freut sich über die neuen Chancen, die sich aus dem internationalen Brückenschlag ergeben: „Die intensiven Gespräche haben dazu beigetragen, dass wir gemeinsame Handlungs- oder Themenfelder, insbesondere zur Portalentwicklung, erkannt haben. Auf dieser Basis möchten wir zukünftig mit der UOC weiter kooperieren.“

Was ist das Projekt Lehrbetrieb?

„Digitalisierung“ ist ein Schlagwort, das allgemein im Zusammenhang mit der Lehre an der FernUniversität fällt. Doch hinter dem abstrakten Begriff stehen handfeste Neuentwicklungen, die das Blended-Learning Konzept der Hochschule verbessern: etwa virtuelle Audimax-Räume, nutzerfreundliche Moodle-Tools, eine Lerngruppen-App oder die langfristige Schaffung einer einheitlichen Portalumgebung für Studium und Lehre. Angestoßen werden diese Entwicklungen vom Projekt Lehrbetrieb. Seine Beteiligten treiben mit ihrem Know-How die Modernisierung des Fernstudiums Stück für Stück voran und erproben die neuen didaktischen Möglichkeiten in den Pilotstudiengängen der Fakultäten.

Kompetente Dialogpartnerin

Wenn es darum geht, das didaktische Potential der Digitalisierung auszuloten, ist die UOC eine ideale Ansprechpartnerin: Im Bereich von Online-Lehre und -Studium gilt sie international als eine der führenden Universitäten; ihre Forschung auf dem Gebiet hat europaweiten Einfluss. So übernimmt die spanische Hochschule zum Beispiel die Koordination des EU-Projekts „TeSLA system“, in dem unter anderem an Wegen zur sicheren digitalen Persönlichkeits-Authentifizierung gearbeitet wird.

Zwei junge Hochschulen

So wie die FernUniversität ist auch die UOC eine relativ junge Hochschule – mit vergleichbar starkem Wachstum: 1995 gegründet hat sie mittlerweile über 58.000 Studierende. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die hohe Zahl der berufstätigen Studierenden. An der FernUniversität arbeiten rund 80 Prozent, an der UOC sogar 93 Prozent der Eingeschriebenen parallel zu ihrem Studium.

Ein wesentlicher Unterschied liegt indes in der Fokussierung der UOC auf ihr Online-Angebot: Anders als im Hagener Fernstudienmodell sind hier keine Präsenzphasen vorgesehen. Somit haben der „Campus virtual“ und die digitalen Lehr- und Lernumgebungen einen besonders hohen Stellenwert als zentrale Anlaufstellen für Studierende, Lehrende, Forschende und Angestellte. Alle Angebote und Leistungen der Universität vom Bibliotheks-Service über die Studienorganisation bis hin zur Forschung sind im digitalen Raum vereint. Auch weil die UOC seit ihrer Gründung auf die Eigenentwicklung von technischen Lösungen setzt, hat sie spezielles Wissen gesammelt, an das die FernUniversität in einzelnen Punkten anknüpfen kann.

Benedikt Reuse | 04.12.2018