Staatsexamen an der FernUni wird immer beliebter

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EJP-Studierende legen ihre Abschlussprüfung vor einem Justizprüfungsamt ab.

Bis die ersten Richterinnen und Richter mit Abschluss aus Hagen in den Gerichtssälen sitzen, wird es wohl noch dauern. Nach viereinhalb Jahren Jura-Studium, zwei Jahren Referendariat, Staatsexamen und üblichen Wartezeiten sind es acht Jahre, bis Volljuristinnen und -juristen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Das kann auch schneller gehen, zeigen Hagener Studierende, die 2016 den Examensstudiengang Erste Juristische Prüfung (EJP) an der FernUniversität begonnen haben, und jetzt, vier Jahre später, nach erfolgreichem Abschluss auf direktem Weg zum Zweiten Staatsexamen sind. Wenn sie auch das vollendet haben, sind sie Volljuristen und dürfen sich in einem der klassischen Juristenberufe bewerben: Anwältin, Richterin, Notarin.

Diesen Plan haben einige Juristinnen und Juristen made in Hagen: „Wir können stolz behaupten, dass 25 Studierende den universitären Teil des Examens bereits erfolgreich abgeschlossen haben. Als nächstes müssen sie noch den staatlichen Teil absolvieren“, sagt Examenskoordinator Christopher Bona. Fünf von ihnen haben bereits beides geschafft „und das mit einer sehr beachtlichen Gesamtpunktzahl“, hebt er hervor. Dies sei keine Selbstverständlichkeit in einem anspruchsvollen Studium wie Jura.

Studiengang Erste Juristische Prüfung ist etabliert

Der Examenskoordinator hat in den vergangenen Wochen die Zahl der abgelegten Prüfungen zusammengetragen. Denn anders als in anderen Studiengängen legen EJP-Studierende ihre Abschlussprüfung nicht an der Universität, sondern vor einem der deutschen Justizprüfungsämter ab.

„Für uns sind die Absolventenzahlen schon jetzt ein Erfolg, da es den Studiengang erst seit 2016 gibt und die Regelstudienzeit von neun Semestern nun zum ersten Mal endet“, so Bona. Seit 2016 wächst der Studiengang Erste Juristische Prüfung (EJP) an der FernUniversität kontinuierlich. Zum aktuellen Wintersemester haben sich knapp 30 Prozent mehr neu eingeschrieben als noch im Sommersemester. Und im Wintersemester 2019/20 hatte sich die Zahl der Neueinschreibungen sogar fast verdoppelt. Aktuell sind insgesamt 2.700 Studierende eingeschrieben.

 

Hagener Modell kommt gut an

Das Besondere am „Hagener Modell“ der Ersten Juristischen Prüfung: Studierende können den universitären Teil des Examens von zu Hause im Fernstudium absolvieren. Und selbst wenn es nicht klappt mit dem Staatsexamen, stehen ihnen die Türen zu juristischen Berufen weiterhin offen. Weil sie sowohl im Bachelorstudiengang als auch im Examensstudiengang eingeschrieben sind, erlangen sie noch vor dem Ersten Staatsexamen den Abschluss Bachelor of Laws (LL.B.) und haben damit gute Karrierechancen in mittleren und gehobene Positionen in Wirtschaftsunternehmen oder der Verwaltung.

Sarah Müller | 11.12.2020