Wie Daten unser Leben beeinflussen ...

Foto: Tom Werner/Getty Images
Den planvollen Umgang mit Daten können Studierende in dem international ausgerichteten Kurs lernen.

Unsere Welt besteht aus Daten – persönliche Daten, Gesundheitsdaten, Bewegungsdaten oder Wirtschaftsdaten. Der verantwortungsvolle Umgang mit ihnen stellt besonders Unternehmen vor große Herausforderungen und damit auch die Menschen, die mit ihnen arbeiten. „Wir sehen inzwischen kaum noch einen Berufszweig, in dem Daten keine Rolle spielen“, sagt Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Hans-Jörg Schmerer von der FernUniversität in Hagen.

Der große Einfluss von Daten offenbart sich in vielen Lebensbereichen, aber besonders eindrücklich zeigt er sich momentan in den täglichen Corona-Zahlen. Beispiel Inzidenzen: Das ist die relative Häufigkeit von neu auftretenden Krankheitsfällen in einem bestimmten Zeitraum – berechnet anhand von Daten, die Gesundheitsämter zusammengetragen haben. „Nach diesen und anderen Kennzahlen richten wir gerade unser persönliches Handeln aus, sie beeinflussen politische Entscheidungen. Da ist es schon wichtig, solche Kennzahlen richtig einschätzen zu können“, sagt der Forscher.

Anderes Beispiel, ebenso brisant: Lieferengpässe. Für Unternehmen sind die Staus von Containerschiffen vor den großen Häfen wie Rotterdam oder Los Angeles gerade wunde Punkte auf dem digitalen Klemmbrett. Doch wie lange der Materialmangel anhält und wie stark er die Volkswirtschaften belastet, das können Ökonominnen und Ökonomen schon Monate im Voraus berechnen – ebenfalls anhand von Daten. Für Schmerer ist daher jetzt konsequentes Handeln sowohl in der Forschung als auch in der Lehre unerlässlich: „Universitäten müssen jetzt Datenkompetenz oder wie wir sagen Data Literacy vermitteln, weil Daten unser privates wie berufliches Leben in vielerlei Hinsicht beeinflussen. Der planvolle Umgang mit Daten wird immer wichtiger werden.“

Internationale Zusammenarbeit

Ein international ausgerichteter Kurs, der an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft angesiedelt ist, soll Studierenden daher akademische und praktische Fähigkeiten in der Datenanalyse, einem Teilbereich von Data Literacy, vermitteln. In Summerschools sollen sie lernen, wie sie Daten aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammenstellen, analysieren und visualisieren können. Das Besondere an dem Kurs ist seine internationale Ausrichtung. Denn neben der FernUniversität sind drei weitere europäische Hochschulen an der Kooperation beteiligt: die UniNettuno in Italien, die Universität AbERTA in Portugal und die Hellenic Open University in Griechenland. „Neben den regulären Kursinhalten können die Studierenden so auch nützliche Erfahrungen in virtueller Teamarbeit sammeln“, stellt Schmerer heraus.

  • An der FernUniversität in Hagen stärkt das Projekt die Zusammenarbeit zwischen den Lehrenden, dem International Office, das an der Umsetzung beteiligt ist, und dem Zentrum für Lernen und Innovation (ZLI), das die Materialien in Abstimmung mit den Lehrstühlen anfertigt.

  • Hinter der Entwicklung der Summer School in Data Analysis stehen Prof. Dr. Joscha Beckmann (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbes. Makroökonomie), Prof. Dr. Robinson Kruse-Becher (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Angewandte Statistik) und Prof. Dr. Hans-Jörg Schmerer (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbes. Internationale Ökonomie).

  • Partnerhochschulen sind die Università telematica internazionale Uninettuno (Italien), die Universidade Aberta (Portugal) und die Hellenic Open University (Griechenland).

  • studyFIT bündelt alle Angebote der FernUniversität, die den Studieneinstieg erleichtern und im weiteren Studienverlauf helfen.

Dazu stehen verschiedene Arten von innovativen Studienmaterialien wie Videolektionen und interaktive Grafiken bereit, die das Zentrum für Lehre und Innovation (ZLI) der FernUniversität zur Verfügung stellt. Das Programm richtet sich zunächst an Master-Studierende in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen. Langfristig soll das Angebot für Studierende aller Fächer ausgebaut werden. „An der FernUni ist damit in kurzer Zeit ein bislang einzigartiges Projekt entstanden, in dem die Expertise gleich dreier Lehrstühle zusammenfließt.“

FernUni kombiniert Expertise

Der Vernetzungsgedanke steht in der Kooperation somit in gleich mehrfacher Hinsicht im Vordergrund. Neben seinem eigenen Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbes. Internationale Ökonomie sind auch Prof. Dr. Joscha Beckmann (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbes. Makroökonomie) und Prof. Dr. Robinson Kruse-Becher (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Angewandte Statistik) an dem Projekt mit dem offiziellen Namen „Blended International Summer School in Data Analysis“ beteiligt.

Schon der Projekt-Auftakt zeigt eindrücklich, wie didaktische Vernetzung innerhalb der Universität aussehen kann: „Drei Lehrstühle, das Zentrum für Lehre und Innovation, das International Office und studyFIT haben gemeinsam an einem Strang gezogen. Ein voller Erfolg!“ Die Summerschools sollen im Wintersemester 2022/2023 starten und sich langfristig an alle Studierenden der FernUniversität richten. Das Projekt wird durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mit knapp 45.000 Euro gefördert. Den Förderzuschlag erhielt die FernUniversität nicht zuletzt wegen ihres International Office, das die Internationalisierung der Lehre engagiert vorantreibt.


 

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Sarah Müller | 21.12.2021