„Afrikanische Erfahrungen“ zu Buch über Spenden verarbeitet

Ein Mann mit einer Gruppe afrikanischer Kinder Foto: M. Stasius
Nils Werthmöllers Erfahrungen bei seinem Aufenthalt in Afrika 2012 sind ein wichtiger Teil seines Buches.

Nach dem Abitur zu reisen ist nichts Bemerkenswertes mehr. Wenn man sich in Afrika entspannt, ist das nicht wirklich ungewöhnlich. Wenn ein 20-Jähriger jedoch dort tatsächlich das Land, die Menschen, deren Lebensverhältnisse und vor allem die Wirkungen von Spenden erkundet, fällt das schon aus dem Rahmen. Wenn er – wie der FernUni-Absolvent Nils Werthmöller – seine Erkenntnisse zur Verwendung und den Wirkungen von Spendenmitteln auf dem Schwarzen Kontinent zu einem Buch verarbeitet und viele Fakten zusammenträgt, wird die Sache wirklich interessant. Insbesondere, wenn der fachliche Teil durch vielfältige persönliche Erfahrungen „fassbarer“ wird, die er in Äthiopien gewann, wo er Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer begleitete, das Land aber auch alleine erkundete.

Nils Werthmöller (1992 geboren) begann 2015 mit seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium an der FernUniversität in Hagen, das er 2017 abschloss. Sein rechtswissenschaftliches Studium hier dauerte von 2013 bis 2016. Beide Studiengänge schloss er mit dem Bachelor ab. In seinem juristischen Master-Fernstudium legte er 2018 seine letzte Prüfung ab. Als nächstes steht eine juristische Promotion auf seiner Agenda.

Ein Mann blickt in Richtung Kamera Foto: H. Werthmöller
Nils Werthmöller

Doppelstudent und Unternehmer

Zwei FernUni-Studien nahezu gleichzeitig fallen aus dem Rahmen. Und das auch noch parallel zu einer – allerdings nach eigenen Worten – nicht sehr umfangreichen unternehmerischen Tätigkeit: Schon vor dem Schulabschluss hatte Werthmöller ein kleines Werbe- und Druckunternehmen gegründet.

„Grundsätzliche Motivation war bei beiden Studiengängen mein fachliches Interesse“, erläutert Werthmöller. „An der FernUni hat mir besonders gut gefallen, dass ich dort eigenständig und in meinem eigenen Tempo arbeiten konnte. Außerdem war es mir wohl nur dort möglich, zeitgleich zum Studium der Rechtswissenschaften noch Wirtschaftswissenschaft zu studieren.“ Seine Firma und finanzielle Rücklagen erlaubten es ihm, sich auf sein Studium und auf seine Arbeit als Autor zu konzentrieren.

FernUni-Studium half bei Buch

Für sein Buch war das Studium an der FernUniversität sogar sehr hilfreich: „Ich habe dabei gelernt, wie man Informationen organisiert und systematisch aufbereitet. Das Modul ‚Globalisierung und internationale Wirtschaftsbeziehungen‘ des VWL-Lehrstuhls Makroökonomik hat mir fachlich viel gebracht – damit konnte ich auch die wirtschaftliche Sicht in mein Buch einbringen. Mein Ziel war es, in das Buch neben Fakten auch persönliche Eindrücke aufzunehmen.“ Die lange gehegte Idee, ein Praktikum in Afrika zu machen, konkretisierte sich um das Jahr 2010 herum. Schon seit seiner Kindheit wurde im Fernsehen häufig von Kriegen und Hungersnöten auf dem Schwarzen Kontinent berichtet: „Es gab aber keine Verbesserungen, sondern immer wieder neue Krisen.“ Viele Menschen aus seinem Umfeld spendeten des Öfteren für die betroffenen Menschen. Nils Werthmöller fragte sich: „Helfen die Spenden überhaupt?“

Über eine Bekannte in der Entwicklungsabteilung des Lutherischen Weltbundes ergab sich für ihn 2012 die Möglichkeit, nach dem Abitur einen Monat in Äthiopien zu verbringen, Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer bei ihrer Arbeit zu begleiten und das Land zu erkunden. Er erkannte: „Mit wenig Mitteln wird viel erreicht, selbst mit kleinen Beträgen. Eine große Rolle spielt Nachhaltigkeit. Gute Entwicklungshilfe findet auf allen Ebenen statt, selbst in Bereichen, an die man zunächst gar nicht denkt.“

„An der FernUni hat mir besonders gut gefallen, dass ich dort eigenständig und in meinem eigenen Tempo arbeiten konnte. Außerdem war es mir wohl nur dort möglich, zeitgleich zum Studium der Rechtswissenschaften noch Wirtschaftswissenschaft zu studieren.“

Nils Werthmöller

Seine Aufzeichnungen aus dem Jahr 2012 wurden später zu einem wichtigen Bestandteil seines Buches. Das „erzählende Tagebuch“ vermittelt den Leserinnen und Lesern viel Interessantes über das Alltagsleben der Menschen und die Kultur Äthiopiens. Die Fakten im Buch sind auf dem aktuellen Stand: „Ich war bestrebt, von allen Organisationen die jeweils neuesten Daten zu erhalten.“

Spenden für viele ein wichtiges Thema

Auf die Idee für das Buch war Werthmöller gekommen, als er sah, dass „die Spenden für viele Menschen ein wichtiges Thema sind“. Doch dazu gab es wenig nichtwissenschaftliche Literatur. „Aber ich wollte das, was ich herausgefunden habe, in einer allgemein verständlichen Sprache schreiben“, war Werthmöllers Ziel.

Er beschreibt anhand beispielhafter Projekte den Einsatz deutscher Spendengelder und was sich dadurch für die Menschen und das Land verändert hat. Darüber hinaus stellt er wichtige Orientierungshilfen und Informationsmöglichkeit für Spender vor. Nicht zuletzt geht es um wirtschaftliche und politische Komponenten, die unabdingbare Grundsätze für erfolgreiche Hilfe zur Selbsthilfe sind.

Nils Werthmöller: „Was wir mit unseren Spenden bewirken. Ein Projektbesuch in Äthiopien.“ 148 Seiten, Lage 2018, 978-3-89918-260-6, https://www.jacobs-verlag.de/nils-werthmoeller/ (externer Link)

Gerd Dapprich | 27.02.2019