Annette Hufnagl

Immer im Einsatz: Studienrätin, Feuerwehrfrau und Studentin

Portrait einer jungen Frau
Annette Hufnagl...
Eine Feuerwehrfrau steht auf einer Leiter und löscht einen Brand im Dachstuhl eines Hauses.
...steht als ehrenamtliche Feuerwehrfrau in Notsituationen an erster Stelle - wie hier bei einem Brandeinsatz.

Annette Hufnagl kam über die Suchbegriffe „Psychologie & Fernstudium“ im Web an die FernUniversität in Hagen. Seit 2012 studiert sie Psychologie im Bachelor-Studiengang. „Das klang am Anfang sehr fern und anonym, hat sich allerdings schnell revidiert“, sagt sie rückblickend – und auf die Gegenwart bezogen: „Mir gefällt die FernUni super.“

Für sie ist die Hagener Hochschule sogar ganz nah herangerückt. Annette Hufnagl bekommt aktuell ein Deutschlandstipendium und hat vor wenigen Wochen den Campus besucht und Mitstipendiatinnen und –stipendiaten getroffen. „Es war toll so viele Leute zu treffen, die sich so vielfältig ehrenamtlich engagieren.“

Über 1.000 Einsätze mit Blaulicht und Martinshorn

Neben guten Studienleistungen gehört gesellschaftliches Engagement zu den Auswahlkriterien des Bundesförderprogramms. Annette Hufnagl profitiert in ihrem Psychologie-Studium an der FernUni von ihrem Erststudium und ihrer Berufstätigkeit. Die 38-Jährige ist Studienrätin an der Fachoberschule Marktheidenfeld, unterrichtet Pädagogik und Psychologie und leitet das Krisenteam an der Schule. „Mich begeistert das Fach und mich interessiert es, das Verhalten von Menschen wissenschaftlich zu ergründen.“ Das Studium ergänzt nicht nur ihre beruflichen Kenntnisse, es passt auch zu ihrem herausfordernden Engagement. Annette Hufnagl ist seit über 21 Jahren Feuerwehrfrau.

Ein Flyer der Feuerwehr Würzburg-Lengfeld im elterlichen Briefkasten überzeugte sie und ihre Schwester damals. „Wir waren die ersten Frauen bei dieser freiwilligen Feuerwehr. Für unsere Aufnahme brauchte es einen Beschluss der Vorstandschaft.“ Danach lief es, wie sie sagt, „vorurteilsfrei“. Annette Hufnagl packt mit an. Bei Einsätzen steht sie vorn dabei – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Mittlerweile ist sie Löschmeisterin bei der Freiwilligen Feuerwehr Bischbrunn-Oberndorf und über 1.000 Mal mit rausgefahren. Mitunter steuert sie dann auch das Tanklöschfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn.

Vorlesungen auf MP3-Player

„Ich bin auch Sportlerin, deshalb finde ich die körperliche Herausforderung gut. Als Akademikerin fühle ich mich durch die ständigen Neuerungen im technischen und medizinischen Bereich geistig gefordert“, beschreibt sie ihre Motivation. Hauptmotiv bleibt allerdings: „Mitmenschen in Notsituationen zu helfen.“ Für ihre ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen bietet Hufnagl außerdem Fortbildungen zum Thema „Posttraumatische Belastungsstörungen“ an. „Wir erleben als Feuerwehrleute emotional extreme Situationen.“ Auch hier hilft das FernUni-Studium.

Die Zeit dafür nimmt sie sich beim Joggen. Auf ihrem MP3-Player gibt es kein einziges Musikstück, sondern ausschließlich Vorlesungen. „Seit ich studiere, laufe ich längere Strecken“, lacht sie. Alle Professorinnen und Professoren erkennt sie an der Stimme. Statt Vorabendkrimi liest sie Studienbriefe auf dem Sofa. „Ich bin flexibel, ich habe keine familiären Verpflichtungen.“ Ihr langjähriger Lebensgefährte ist ebenfalls bei der Feuerwehr aktiv.

Kontakt über Moodle

Während der Abiturklausuren an ihrer Schule ruht das Studium. Das Versäumte holt sie in den Sommerferien nach. Ab und zu fährt sie zu einer Präsenzveranstaltung oder zum Stammtisch nach Würzburg. „Ich habe gute Erfahrungen mit Moodle gemacht, um Kontakt zu anderen Studis zu halten oder bei Anfragen“, resümiert Annette Hufnagl.

,Ihren Profs‘ wird sie sich weiterhin über die Stimme verbunden fühlen, der FernUniversität auch über das Deutschlandstipendium.

Stand: März 2015