Melanie Lackner und Sascha Rossa

„Ohne Lerngruppe wäre ich nicht so weit gekommen“

Ein Mann und eine Frau stehen nebeneinander, die Frau hält eine Rose in der Hand. Foto: Oskar Eyb
Ihren ersten gemeinsamen Abschluss feierten Sascha Rossa und Melanie Lackner im Regionalzentrum Stuttgart.

Mit 19 wollte sie unbedingt Psychologie studieren, direkt nach dem Abi an die Uni. „Aber mein Notenschnitt reichte nicht und so lange wollte ich nicht auf einen Studienplatz warten“, erzählt Melanie Lackner (34) rückblickend. Zu „was mit Menschen“ addierte sie „was mit fremden Ländern“ und entschied sie sich für eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau. Der Wunsch nach einem Psychologiestudium blieb dennoch präsent. Als sie auf die FernUniversität in Hagen aufmerksam wurde, zögert sie nicht lange: Zum Sommersemester 2011 schrieb sie sich als Teilzeit-Studentin ein.

„Nochmal etwas Neues von Grund auf zu lernen” war der Beweggrund für Sascha Rossa (48), sich zur gleichen Zeit für den Bachelor in Psychologie einzuschreiben. Als Luft- und Raumfahrtingenieur bei einem Automobilhersteller vertieft der 48-Jährige sich gern in Details, recherchiert, will Dingen auf den Grund gehen. Seine Arbeit ist anspruchsvoll und macht ihm Spaß, aber er brauchte “mal wieder zusätzlichen Input”.

Fester Lernrhythmus

Gleich im ersten Modul fanden sich beide über Moodle in der gleichen Lerngruppe. „Darauf hat die FernUni viel Wert gelegt, dass man sich mit anderen zusammenschließt“, betont Lackner. Die Gruppe bestand anfangs aus fast 20 Studierenden, schrumpfte jedoch mit jedem Semester.

Melanie und Sascha dagegen kamen im Gleichschritt durch die Prüfungen und blieben zusammen. „Um uns herum fließen die Mitstudierenden, aber wir machen seitdem alles gemeinsam: erst den Bachelor, nun den Master“, lachen beide. Sogar das Fotoshooting mit Studierenden auf dem Campus in Hagen im Juni 2018 bestritten sie als Duo.

Eine Frau und ein Mann sitzen an einem Tisch, vor ihnen liegt ein Tablet. Foto: Hardy Welsch
Melanie legt fest, was sie lernen. Sascha ist für die Detailfragen zuständig.

Bis zum Bachelor-Abschluss haben sie sich fünf Jahre lang einmal wöchentlich getroffen – „inzwischen ist daraus eine Freundschaft gewachsen, so dass wir uns auch über den reinen Lernstoff hinaus austauschen“, erzählt Melanie Lackner.

Neben einem festen Lernrhythmus bringen beide ihre Stärken ein: Sie strukturiert den Stoff anhand eines Lernplans durch, er recherchiert die Literatur und macht die vielen statistischen Methoden verständlich. Im Regionalzentrum Stuttgart hat Sascha auch als Tutor in Statistik gearbeitet und andere Lerngruppen unterstützt.

„Die Prüfung ist der einzige feste Termin im Semester. Wann und wie wir uns vorbereiten, entscheiden wir selbst. Diese Flexibilität ist unschätzbar“, sind sie sich einig.

Beruflicher Neuanfang

Aufgrund des Fernstudiums orientierte sich Melanie Lackner beruflich um: Ihre Vollzeitstelle als Reiseverkehrskauffrau hat sie nach acht Jahren, mit Beginn des Masterstudiums, aufgegeben. Ihr Arbeitgeber hat sie stets unterstützt, für Klausuren freigestellt und unbezahlten Urlaub für ein dreimonatiges Praktikum gewährt: „Das war sehr wertvoll und ich bin dafür unglaublich dankbar.“ Inzwischen arbeitet sie als Personalentwicklerin an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Ich bekomme durch das Studium neue Impulse.

Sascha Rossa

Für Sascha Rossa ist das Fernstudium Weiterbildung pur. „Ich bekomme dadurch neue Impulse. Das Psychologiestudium war wie Liebe auf den ersten Blick für mich.“ Zwischendurch lockte mal der Segelschein – „da ließ er mich ein bisschen hängen“, rollt Lackner mit den Augen und lacht. Anschließend war Rossa aber wieder an Bord der FernUni.

Auch persönlich statt nur virtuell

„Ohne Lerngruppe, ohne den Austausch und die Motivation durch die anderen hätte ich es nicht durchs Fernstudium bis hierher geschafft“, sagt Lackner. Mit der Lerngruppe „im Nacken“ fühlt sie sich verpflichtet, sich auf die Treffen vorzubereiten, um auch was beitragen zu können. „So bleibt man inhaltlich am Ball. Außerdem merke ich, wenn wir über den Stoff reden“, ergänzt Lackner, „was ich noch nicht verstanden habe.“

Für das Duo steht fest, dass sie sich persönlich treffen. Eine rein virtuelle Lerngruppe können sie sich nicht vorstellen. Deswegen sind sie nicht digital offline. Sie nutzen und schätzen die webbasierten Lernangebote, haben ihre Projektmodule im Virtuellen Klassenzimmer absolviert und arbeiten kollaborativ über verschiedene Cloud-Anbieter gemeinsam an Dokumenten.

Was auf den Master-Abschluss folgt? „Nach dem Bachelor hatten wir schon mal überlegt den Master in Philosophie statt Psychologie an der FernUni zu machen, vielleicht gehen wir das dann an.“ Zusammen versteht sich.