15

„Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition.“

15. Februar 2017

Vortragsreihe: Lüdenscheider Gespräche

Zeitraum
15.02.2017 18:00 Uhr
(bis 20 Uhr)

Ort
Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid

Veranstalter
Institut für Geschichte und Biographie

Referent
Dr. Thomas Vordermayer
Ludwig-Maximilians-Universität München
Mitherausgeber von "Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition" und gegenwärtig Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 2003 bis 2008 studierte er an der Universität Augsburg Neuere und Neueste Geschichte, Geschichte der Frühen Neuzeit und Europäische Ethnologie.

Moderation
apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch

Auskunft erteilt
Eva Engelhardt

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs unterband der Freistaat Bayern als Inhaber der Urheberrechte alle Neuauflagen von Hitlers ideologischer und programmatischer Hauptschrift „Mein Kampf“. Diese Rechte endeten am 31. Dezember 2015, 70 Jahre nach Hitlers Todesjahr. Ein Historikerteam des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin unter der Leitung von Dr. Christian Hartmann hat zum Ablauf dieser Frist eine wissenschaftlich kommentierte Gesamtausgabe von „Mein Kampf“ vorgelegt. Im Zentrum der kritischen Edition stehen sowohl die inhaltliche Dekonstruktion als auch die historische Kontextualisierung der Schrift. Welche Funktionen besaß „Mein Kampf“ für Hitler? Auf welche Autoren stützte sich der „Führer“ der NSDAP und wie stark war seine Ideologie in der damaligen deutschen Gesellschaft verankert? Inwiefern verfälschte Hitler in „Mein Kampf“ seine eigene Vergangenheit als Privatperson und Politiker und wie verhalten sich die Inhalte des Buchs mit der späteren Politik des NS-Staats? Hauptziel der kritischen Edition ist es, diese und weitere Fragen zu klären. Sie zielt damit auch darauf ab, die mythenbefrachtete Debatte um „Mein Kampf“ zu versachlichen und bietet ein seriöses Gegenangebot zur ungefilterten Verbreitung von Hitlers Propaganda, Lügen und Selbststilisierungen.

Gerd Dapprich | 06.12.2017