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„Arbeit 4.0“? „digitale Arbeit“? Auswirkungen der Digitalisierung auf die Qualität von Arbeit

27. September 2017

Vortragsreihe: Kolloquien des Instituts für Soziologie

Zeitraum
27.09.2017 16:00 Uhr
(bis 18 Uhr)

Ort
Seminargebäude der FernUniversität, Raum 6, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Veranstalter
Prof. Dr. Sylvia Marlene Wilz

Referent
Prof. Dr. Frank Kleemann
Universität Duisburg-Essen
Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Arbeit und Organisation am Institut für Soziologie der Universität Duisburg-Essen

„Digitalisierung“ fungiert aktuell als catch-all term für die zunehmende Diffusion digitaler Geräte und Medien, mit der eine umfassende Transformation (bzw. Revolution) gesellschaftlicher Lebensbereiche assoziiert wird. Der Begriff „digitale Arbeit“ steht als Kürzel dafür, dass Arbeit in Arbeits- und Produktionsprozessen im Wechselspiel mit digitalen bzw. digitalisierten Arbeitsmitteln im Kontext von Organisationen vollzogen wird. Es zeigt sich aber, dass der Prozess der Digitalisierung von Arbeit heterogene, ungleichzeitig einsetzende und längerfristige technologische Entwicklungen umfasst. Der Vortrag argumentiert, dass damit verbundene Prozesse des Wandels von Arbeit und Produktion sich im Wechselspiel mit (divergenten) organisationalen und institutionellen Bedingungen vollziehen. Insofern gibt es nicht „die“ digitale Arbeit, sondern es sind unterschiedliche Ausprägungen zu unterscheiden, und der Wandel von Arbeitsprozessen vollzieht sich überwiegend inkrementell und nicht „disruptiv“. Folglich gilt es, Konstellationen digitaler Arbeit in der Prozessperspektive und mit Fokus auf die alltägliche Arbeitspraxis differenziert zu betrachten, um strukturierende Wirkungen der Digitalisierung auf die Qualität von Arbeit, auf betriebliche (und überbetriebliche) Arbeitsorganisation und den sich verändernden Stellenwert menschlicher Subjektivität im Arbeitsprozess systematisch zu erfassen.

Gerd Dapprich | 06.12.2017