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Mathematik, Logik und Sprache bei Schopenhauer

07. Dezember 2017

Fachtagung

Zeitraum
07.12.2017 - 08.12.2017
(2 Tage)

Ort
Seminargebäude der FernUniversität, R. 4. und 5, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Veranstalter
Dr. Jens Lemanski

Auskunft erteilt
Jens Lemanski
(Tel.: 02331 987-2364)

Die Tagung wird von dem zunehmenden Interesse an der Logik, Mathematik und Sprachphilosophie Schopenhauers motiviert. Bis vor wenigen Jahren war kaum bekannt, dass Schopenhauer sich intensiv mit mathematischen Beweisverfahren, Logikdiagrammen und mit Problemen der modernen Semantik beschäftigt hat. Sowohl die Fokussierung auf die Begriffslehre, Hermeneutik und Euler-Diagramme in Schopenhauers Hauptwerken und Vorlesungen (Die Vierfache Wurzel des Satzes vom Grund, Die Welt als Wille und Vorstellung, Philosophische Vorlesungen) als auch deren Verknüpfung mit modernen Forschungsbereichen wie bspw. der proof without words-Bewegung, diagrammatic reasoning oder kontextuelle Semantik haben in den letzten Jahren die Aktualität vieler Ideen Schopenhauers gezeigt. Besonders seine Kritik an Euklids „Mausefallenbeweisen“, seine Frage nach der Rechtfertigung deduktiver Schlüsse, aber auch Schopenhauers Beziehung zu den Bedeutungstheorien Wittgensteins sind in der Forschung umstritten.

Die Tagung richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fakultäten Kultur- und Sozialwissenschaften und Mathematik und Informatik sowie an externe Fachleute und Interessierte.

Anmeldungen nehmen Doris Meyer und Katja Schmidt, Tel.: +49 2331 987-4634, Fax: +49 2331 987-4602, E-Mail: Lehrgebiet.Busche@fernuni-hagen.de, entgegen


In der allgemeinen und akademischen Öffentlichkeit wird der Name von Arthur Schopenhauer gewöhnlich mit eher negativen Schlagworten wie Pessimismus, Irrationalismus und Lebensverneinung in Verbindung gebracht. Aufgrund seiner Kritik an der akademischen Philosophie des 18. Jahrhunderts gilt er zudem als der philosophische Prophet der Künstlerinnen und Künstler und verkannten Intellektuellen. Besonders das in diesem Jahr vielfach besprochene und breit rezipierte Buch Michel Houellebecqs über Schopenhauer bestätigt diese Vorurteile gegenüber dem Philosophen. Dass Schopenhauer sich aber besonders in seiner kurzen, wenn auch sehr produktiven akademischen Karriere mit rationalen Themen der Mathematik, Logik und Sprache beschäftigt hat, wird in diesem Zusammenhang leider meistens übersehen.

Die internationale und interdisziplinäre Tagung „Mathematik, Logik und Sprache bei Schopenhauer“, die am 7. und 8. Dezember 2017 an der FernUniversität in Hagen stattfindet, wird von dem zunehmenden Interesse an der rationalen Philosophie Schopenhauers motiviert, die oftmals selbst Fachphilosophen nicht bekannt ist. Intensiv hat sich Schopenhauer in seinen Vorlesungen mit mathematischen Beweisverfahren, mit dem Aufbau der Logik und mit Problemen der modernen Semantik beschäftigt. Dabei zeichnet sich sein Ansatz dadurch aus, dass er durchgängig Diagramme verwendet, um schwierige Themen der Geometrie, Logik und Sprachphilosophie aufzuarbeiten. Diese Methode ist heute wieder bei Informatikern, Mathematikern, Linguisten und Philosophen von großem Interesse, da sie auch in modernen Computertechnologien vielfach Anwendung findet. Dass Schopenhauer dazu einen gewinnbringenden Beitrag leisten kann, werden auf der Tagung Wissenschaftler der Fachbereiche Philosophie, Mathematik und Informatik aus sieben verschiedenen Nationen vorstellen und kontrovers diskutieren.

Weitere Informationen auf der Konferenz-Homepage

Gerd Dapprich | 06.12.2017