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„‚Merry England‘ – ein Nationalstereotyp und seine Spuren in der britischen Verfassungsdeutung seit der Zwischenkriegszeit“

13. Dezember 2017

Vortragsreihe: Europäische Verfassungswissenschaften

Zeitraum
13.12.2017 17:00 Uhr


Ort
Seminargebäude der FernUniversität, R. 4. und 5, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Veranstalter
Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften

Referent
Prof. Dr. Hans-Christof Kraus
Universität Passau
geb. 1958. Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Göttingen. 1992 Promotion im Fach Mittlere und Neuere Geschichte. Berufliche Tätigkeit und akademische Lehre an verschiedenen Forschungsinstitutionen und Hochschulen, u. a. in Berlin, München, Speyer, Stuttgart, Jena. 2002 Habilitation für das Fach Neuere und Neueste Geschichte an der Universität München. Seit 2007 Lehrstuhlinhaber für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Passau. Mitglied u. a. der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Kommission für die Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, der Historischen Kommission zu Berlin, der Preußischen Historischen Kommission.

Moderation
Prof. Dr. Ewald Grothe, Gummersbach/Hagen

Auskunft erteilt
Dr. Ingrid Piela

Die Zwischenkriegszeit in Großbritannien ist gekennzeichnet von großer Unsicherheit über Gegenwart und Zukunft der eigenen politischen Ordnung – vor allem im Zeichen der Bedrohung von außen und des hiermit verbundenen Verlustes des Empires und der eigenen traditionellen Machtstellung. Auf der politischen Linken wie auf der Rechten reagierte man unterschiedlich auf die hiermit verbundenen Herausforderungen: Während führende Linksintellektuelle sozialistische Verfassungsmodelle entwarfen, orientierten sich einige prominente Vertreter der konservativen Rechten, gelegentlich auch noch nach 1945, am verklärten Vorbild vergangener Epochen. Das hier bevorzugte Modell einer vermeintlich „idealen“ britischen Verfassungstradition bezog sich besonders auf das 18. Jahrhundert, d. h. auf die zwischen der „Glorious Revolution“ (1688) und dem Beginn der Industriellen Revolution um und nach 1800 bestehende politische und soziale Ordnung des Landes. Die hierin zum Ausdruck kommende Kritik der politischen und ökonomisch-sozialen Moderne soll ebenso thematisiert werden wie die implizite Auseinandersetzung mit zeitgenössischen sozialistischen Verfassungsmodellen.

Gerd Dapprich | 06.12.2017