Care-Regime: Zur Vernutzung informeller Arbeit und warum "wir" darüber reden müssen

13. März 2018

Vortragsreihe: Frauen u. Männer im Gespräch

Zeitraum
13.03.2018 18:00 Uhr
(bis 19.30 Uhr)

Ort
Auditorium des Kunstquartiers, Museumsplatz 1, 58095 Hagen

Veranstalter/-in
Gleichstellungsstelle der FernUniversität in Kooperation mit dem Emil Schumacher Museum Hagen

Referent/-in
Dr. Martina Röthl
Universität Kiel

Weiteres zur Auskunft
Gleichstellungsstelle der FernUniversität, Telefon 02331/987-1346


Von den rund drei Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden ca. 75 % zu Hause versorgt. Zwei Drittel von ihnen werden in der Regel durch Angehörige gepflegt, in 70 % aller Fälle von Frauen. Gouvernementale Maßnahmen zielen darauf ab, zukünftig noch mehr Pflegearbeit in den so genannten „privaten“ Bereich zu verlagern.

Am Beispiel der Angehörigen-Pflege lässt sich zunächst auf die Ungleichverteilung von Arbeit hinweisen. Der Vortrag lenkt die Aufmerksamkeit jedoch auch auf das Ineinandergreifen ökonomischer und ethisch-moralischer Diskurse – bzw. auf Sachverhalte, die zeigen, wie stark deren Zusammenspiel auf gängige Vorstellungen von „Geschlecht“ und entsprechende Rollenerwartungen wirken. Ferner wird diskutiert, inwiefern sich die um bezahlte Produktionsarbeit und unentgeltlich ausgenutzte Reproduktionsarbeit geführte Diskussion (noch) als „feministische“ Strategie verstehen lässt, mit der „wir“ in Sachen Geschlechter- und Verteilungsgerechtigkeit etwas erreichen können. So ist nicht nur die Frage aufgeworfen, wie sich Einzelne ermutigen lassen, sich in politischen Feldern agonistisch zu positionieren, sondern auch jene nach der Zugehörigkeit zu diesem „wir“.

Gerd Dapprich | 03.07.2018