"Zutritt verweigert? Die verbotenen Räume von Ritter Blaubart und Lady Winchester"

10. Oktober 2018

Vortragsreihe: Wissenschaftsgespräche

Zeitraum
10.10.2018
16:00 Uhr

Ort
Seminargebäude der FernUniversität (Gebäude 2), Räume 1 u. 2, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Veranstalter/-in
Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften / Prof. Dr. Michael Nienhaus (Lehrgebiet Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienästhetik)

Referent/-in
PD Dr. Nikolas Immer

Im Zuge des "spatial turn", den die Literaturwissenschaft seit Ende der 1980er Jahre durchlau-fen hat, ist dem Typus des verbotenen Raums bislang nur wenig Beachtung geschenkt wor-den. Er bildet insofern eine Sonderform von Michel Foucaults Konzept der "Heterotopien", als ihn seine beschränkte Begehbarkeit von solchen Räumen separiert, über deren Ausstattung und Beschaffenheit ein konsensuelles Wissen besteht. Verbotene Räume hingegen unterliegen einer bewussten Tabuisierung, da sie als gesicherte Refugien für deviantes Verhalten geschaffen worden sind. Mit Rekurs auf verschiedene literarische und filmische Konfigurationen solcher Räume soll untersucht werden, inwiefern sie zur Vermittlung von Machtstrukturen, zur Provokation von Imaginations- und Erkenntnisprozessen und zur Ästhetisierung des Schreckens dienen. Angefangen bei der berühmten Kammer des Ritter Blaubart wird nach dem Darstellungs- und Funktionsmodus des Verbotenen in E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Das öde Haus" (1817), Theodor Storms Märchen "Bulemann’s Haus" (1864), Mikael Håfströms Mystery-Thriller "Zimmer 1408" (2007) und Michael und Peter Spierigs Horrorfilm "Winchester" (2018) zu fragen sein.

Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, andere am Fach oder am Thema Interessierte sind willkommen.


Gerd Dapprich | 12.09.2018