„Recht und Politik in der europäischen Integration. Ein Beitrag zur Entfaltung europäischer Verfassungskultur“

11. Oktober 2018

Vortragsreihe: Europäische Verfassungswissenschaften

Zeitraum
11.10.2018
17:00 Uhr

Ort
Seminargebäude der FernUniversität (Gebäude 2), Räume 4 und 5, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Veranstalter/-in
Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Referent/-in
Prof. Dr. Peter Schiffauer
(Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften der FernUniversität)
ist seit dem Jahr 2006 Honorarprofessor für Europäisches und Deutsches Verfassungsrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät bzw. der Faktultät für Kultur- und Gesellschaftswissenschaften der FernUniversität, die gemeinsam das Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV) tragen. Das DTIEV ist das Hauptwirkungsfeld von Peter Schiffauer, seit November 2017 ist er dessen stellvertretender Direktor. Bereits 1995 wurde er Mitarbeiter im Institut für Deutsches und Europäisches Parteienrecht. Er absolvierte eine berufliche Laufbahn als Beamter des deutschen Wirtschaftsministeriums, des Europäischen Gerichtshofs und des Europäischen Parlaments, wo er zuletzt das Sekretariat des Ausschusses für Recht und Binnenmarkt (1999-2004) und des Ausschusses für konstitutionelle Fragen (2004-2014) leitete. Er veröffentlichte zahlreiche Beiträge zum Verhältnis von Recht und Sprache, zum Europäischen Verfassungsrecht und zur Geschichte und Theorie der Europäischen Integration.


Moderation
Prof. Dr. Andreas Haratsch

Auskunft erteilt
Dr. Ingrid Piela

Angesichts der Gefahr, dass unter dem Eindruck einer in Teilen der Bevölkerung verbreiteten Stimmungslage politischer Opportunismus zu einer schleichenden Erosion der Errungenschaften führen könnte, mit denen das geeinte Europa die Gefahren von Autoritarismus und Nationalismus zu bändigen hoffte, wird der Beitrag das Widerstandspotential rechtlicher Kategorien untersuchen. Er geht der Frage nach, ob aus der durch Verträge geschaffenen supranationalen Rechtsordnung, solange diese als solche Bestand hat, überpositive Normen mit Verfassungsqualität abgeleitet und verteidigt werden können, die selbst durch einvernehmliches Handeln der „Herren der Verträge“ nicht außer Kraft gesetzt werden können. Welche Einschränkungen von „Souveränität“ muss politische Handlungsfreiheit hinnehmen, wenn ein Gemeinwesen in den Formen des Rechts verfasst sein und regiert werden soll? Der Beitrag versucht eine Bestandsaufnahme anhand von theoretischen Überlegungen und Beispielen aus der institutionellen Praxis.


Gerd Dapprich | 18.07.2018