Vorhersagende Polizeiarbeit aus kriminologischer und rechtlicher Sicht

08. November 2018

Zeitraum
08.11.2018
17:00 Uhr

Ort
FernUniversität, PRG-Gebäude (Gebäude 5), Universitätsstr. 27, 58097 Hagen, Raum C002

In einer Veranstaltung der Juristischen Gesellschaft Hagen e.V. spricht Prof. Dr. Tobias Singelnstein (Ruhr-Universität Bochum) am Donnerstag, 8. November, 17.00 Uhr, in der FernUniversität in Hagen über das Thema „Predictive Policing. Vorhersagende Polizeiarbeit aus kriminologischer und rechtlicher Sicht“. Veranstaltungsort ist der Raum C 002 im PRG-Gebäude (Gebäude 5), Universitätsstr. 27, 58097 Hagen. Interessierte Gäste sind der Juristischen Gesellschaft herzlich willkommen.

Strafverfolgung und Prävention werden – abgesehen von den Strafzwecken der General- und Spezialprävention – gemeinhin als Gegensatz angesehen. Allerdings kann sich auch das Strafrecht und kann sich insbesondere die Tätigkeit der Polizei der zunehmenden Präventionsorientierung staatlichen Handelns nicht entziehen. Ein vergleichsweise neuer Ausdruck dessen ist das so genannte Predictive Policing, das nach den USA nun auch Europa und Deutschland erreicht. Dabei werden durch die computergestützte Auswertung statistischer Daten Wahrscheinlichkeitsaussagen über das zeitliche und örtliche Auftreten bestimmter Formen von Kriminalität in der Zukunft getroffen, an denen sich polizeiliches Handeln orientieren kann. Wenngleich sich die Technik derzeit noch in den Kinderschuhen befindet, lässt sich anhand der Entwicklung in den USA bereits ablesen, welche Bedeutung derartige Techniken in der Zukunft erlangen werden. Der Vortrag stellt die derzeitigen und zu erwartenden Techniken des Predictive Policing dar, um sie kriminologisch zu bewerten und rechtlich einzuordnen.

Tobias Singelnstein ist Inhaber des Lehrstuhls für Kriminologie an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Kriminologie (u.a. soziale Kontrolle und Gesellschaft, Polizei und Justiz, Sicherheitsforschung) sowie im Strafrecht und Strafprozessrecht (u.a. Amtsdelikte, Ermittlungsmaßnahmen und Beweisrecht, Digitalisierung und Datenverarbeitung im Strafverfahren). Tobias Singelnstein ist Mitherausgeber der Fachzeitschriften „Neue Kriminalpolitik“ und „Kriminologisches Journal“, 2017 wurde er in den Wissenschaftlichen Beratungskreis (WBK) des Fachdialogs zivile Sicherheitsforschung des BMBF berufen. Seit 2018 leitet er zusammen mit Thomas Feltes den weiterbildenden Masterstudiengang „Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft“ an der RUB.

Gerd Dapprich | 24.10.2018