„Multiparadigmatische Soziologie und soziologische Problembearbeitungskapazitäten“

28. November 2018

Vortragsreihe: Kolloquien des Instituts für Soziologie

Zeitraum
28.11.2018
16:00 Uhr (bis 18.00 Uhr)

Ort
FernUniversität, Seminargebäude (Gebäude 2), Raum, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Veranstalter/-in
Prof. Dr. Uwe Vormbusch

Referent/-in
Prof. Dr. Robert Schmidt
seit 2014 Univ.-Professor für Prozessorientierte Soziologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

Zu der wissenschaftlichen Veranstaltung sind über die Hochschulöffentlichkeit hinaus auch weitere Interessierte eingeladen. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind nicht erforderlich.

Soziologie kann als gesellschaftliches Vermögen beschrieben werden, das spezifische Kapazitäten zur Analyse gesellschaftlicher Problemlagen bereithält. Durch Problemkomplexe wie Armut, Ausbeutung, Chancenlosigkeit, Umweltzerstörung, Konflikte und Kriege wird dieses Vermögen gegenwärtig auf die Probe gestellt. Soziologische Kapazitäten haben dann gute Entwicklungschancen, wenn die institutionalisierte Soziologie auch für außerfachliche Formen problemgetriebenen Soziologisierens empfänglich ist. Zudem sind soziologische Kapazitäten eng mit der Multiparadigmatik des Faches verknüpft. Sie gedeihen in den Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Vokabularen und drohen in hegemonialen Konstellationen zu verkümmern. Blockiert werden soziologische Kapazitäten aber auch, wenn sich die Sozialforschung dominierenden institutionellen Programmierungen angleicht. Der Vortrag skizziert disziplinäre Konstellationen an deutschen Soziologie-Standorten und lotet aus, wie die verschiedenen dominanten und dominierten disziplinären Zugänge existentielle zeitgenössische Problemlagen (des-)artikulieren.


Gerd Dapprich | 24.10.2018