Das (bundes-)deutsche Trauma – Über das Verhältnis zwischen Psychoanalyse, Film und Vergangenheitsdeutung

12. Dezember 2018

Vortragsreihe: BürgerUniversität Coesfeld

Zeitraum
12.12.2018
19:00 Uhr (bis 20.30 Uhr)

Ort
WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Veranstalter/-in
Ernsting‘s-family-Junior Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften

Referent/-in
Jun.-Prof. Dr. Irina Gradinari
FernUniversität
Jun.-Prof. Dr. Irina Gradinari hat in Odessa (Ukraine) und Trier studiert. Seit 2017 ist sie Junior-Professorin für literatur- und medienwissenschaftliche Genderforschung an der FernUniversität in Hagen. Sie hat promoviert zum Thema Genre, Gender und Lustmord: Mörderische Geschlechterfantasien in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa. Seit 2016 ist sie im Vorstand der Fachgesellschaft Geschlechterstudien. Weitere Forschungsschwerpunkte sind u.a.: sowjetischer, west- und ostdeutscher Kriegsfilm, Memoria-Theorien und Erinnerungskulturen und das Andere in der populären Kultur.

Moderation
Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke

Auskunft erteilt
Regionalzentrum Coesfeld

Wer kennt sie nicht die Rede vom Trauma? Immer wieder begegnet uns im Alltag dieser Begriff. Ursprünglich entwickelt, um individuelle psychische Zustände zu beschreiben, dient er mittlerweile auch dazu, kollektive historische Prozesse zu erfassen. Wie kam es dazu? Eine mögliche Erklärung dafür wird im Vortrag vorgestellt. Am Beispiel des Films Die Mörder sind unter (1946, R. Wolfgang Staudte) wird veranschaulicht, wie das individuelle Trauma in eine kollektive Erinnerungsfigur transformiert werden konnte. Das Besondere an diesem Film ist aber nicht nur, dass mit ihm gezeigt werden kann, wie er zur Entstehung eines spezifischen Geschichtsbildes beigetragen hat. Sondern es handelt sich um den ersten DEFA-Film der Nachkriegszeit, der dem Genre der sogenannten Trümmerfilme zugeordnet werden kann.


Gerd Dapprich | 17.07.2018