Pilgern zwischen Biografie und Religion

05. Juni 2019

Zeitraum
05.06.2019
19:00 Uhr

Ort
WBK – Wissen-Bildung-Kultur, Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Zu dem Vortrag von Dr. Patrick Heiser und Dr. Christian Kurrat in der Veranstaltungsreihe „BürgerUniversität Coesfeld“ sind alle Interessierten herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

Das Pilgern auf den Jakobswegen hat in beeindruckender Weise an Popularität gewonnen: Im Jahr 2017 wurden erstmals mehr als 300.000 Pilgerinnen und Pilger in Santiago de Compostela registriert – und auch für die kommenden Jahre wird eine Steigerung der Pilgerzahlen von rund acht Prozent p.a. erwartet.

Viele Menschen pilgern in typischen Lebenssituationen, um unter außeralltäglichen Bedingungen sowie im Austausch mit anderen Pilgernden Krisen zu bewältigen, biografische Übergänge zu gestalten oder ihr Leben zu reflektieren oder zu bilanzieren. Von soziologischem Interesse ist insbesondere, dass Pilgernde auch in der späten Moderne auf eine religiöse Praxis zurückgreifen, die jedoch nur noch mittelbar von der katholischen Kirche beeinflusst wird.

In unserem Vortrag diskutieren wir anhand zahlreicher Beispiele zunächst typische biografische Konstellationen, die Menschen zu einer Pilgerschaft veranlassen. Hieraus leiten wir Überlegungen ab, wann religiöse Praktiken auch unter den Bedingungen der späten Moderne erfolgreich sind – und was dies für die gesellschaftliche Bedeutung von Religion insgesamt bedeutet.

Dr. Patrick Heiser ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der FernUniversität in Hagen. Er forscht zum spätmodernen Wandel religiöser Sozialformen und Praktiken.

Dr. Christian Kurrat ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung der FernUniversität in Hagen. Er forscht zum Pilgern und anderen Formen spätmoderner Biografiearbeit.

Gerd Dapprich | 28.03.2019