Öffentliche Lesung von Anke Stelling: „Schäfchen im Trockenen“

24. September 2019

Zeitraum
24.09.2019
18:00 Uhr

Ort
Gebäude 2 (Seminargebäude) der FernUniversität in Hagen, Räume 1 und 2, Universitätsstraße 33, 58097 Hagen

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Flyer zur Veranstaltung

Die Reihe „Gender in Literatur und Gesellschaft“ der Bibliothek der FernUniversität in Hagen geht am Dienstag, 24. September, mit einer Lesung von Anke Stelling weiter. Die Gewinnerin beim diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse liest aus ihrem aktuellen Buch „Schäfchen im Trockenen“. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Gebäude 2 der FernUniversität, Räume 1 und 2, Universitätsstraße 33, 58097 Hagen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Die Lesung von Anke Stelling ist Teil der Reihe „Zuschreibungen und Umschreibungen: Gender in Literatur und Gesellschaft“. Diese hat zum Ziel, innerhalb und außerhalb der FernUniversität die Zusammenarbeit zum Thema Gender zu stärken und Raum für Diskussionen zu schaffen. Einen wichtigen Schwerpunkt der Reihe bilden Lesungen, bei denen Texte mit genderrelevanten Fragen vorgestellt werden. Veranstalterin ist die Universitätsbibliothek der FernUniversität.

Über den Roman

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„Resi hätte wissen können, dass ein Untermietverhältnis unter Freunden nicht die sicherste Wohnform darstellt, denn: Was ist Freundschaft? Die hört bekanntlich beim Geld auf. Die ist im Fall von Resis alter Clique mit den Jahren so brüchig geworden, dass Frank Lust bekommen hat, auszusortieren, alte Mietverträge inklusive. Resi hätte wissen können, dass spätestens mit der Familiengründung der erbfähige Teil der Clique abbiegt Richtung Eigenheim und Abschottung und sie als Aufsteigerkind zusehen muss, wie sie da mithält. Aber Resi wusste’s nicht. Noch in den Achtzigern hieß es, alle Menschen wären gleich und würden durch Tüchtigkeit und Einsicht demnächst auch gerecht zusammenleben. Das Scheitern der Eltern in dieser Hinsicht musste verschleiert werden, also gab’s nur drei Geschichten aus dem Leben ihrer Mutter, steht nicht mehr als ein Satz in deren Tagebuch. Darüber ist Resi reichlich wütend. Und entschlossen, ihre Kinder auf­zuklären, ob sie’s wollen oder nicht. Sie erzählt von sich, von früher, von der Verheißung eines alternativen Lebens und der Ankunft im ehelichen und elterlichen Alltag. Und auch davon, wie es ist, Erzählerin zu sein, gegen innere Scham und äußere Anklage zur Protagonistin der eigenen Geschichte zu werden.“

Benedikt Reuse | 17.07.2019