Tiere als Täter? „Problemtiere“ der Kolonialgeschichte

08. Oktober 2019

Vortrag

Zeitraum
08.10.2019
18:15 Uhr (bis 19.45 Uhr)

Ort
Seminargebäude (Gebäude 2) der FernUniversität, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, Räume 1 bis 3

Veranstalter/-in
Historisches Institut der FernUniversität in Hagen

Referent/-in
Jun.-Prof. Dr. Stefanie Zehnle (Kiel)

Wenn es in der Geschichte der Tier-Mensch-Beziehungen um das Töten und Fressen geht, so sind damit zumeist Nutztierhaltung und Jagd angesprochen. Doch einzelne Raubtiere oder Tiergruppen sind in der Lage dies umzukehren, Menschen also zu töten und sogar zu verspeisen. Waren gefährliche Tiere wie Bären in Europa im langen 19. Jahrhundert weitgehend ausgerottet, trafen Kolonialregierungen etwa in Afrika, Indien und Südamerika abermals auf potentielle "Menschenfresser" wie Löwen, Leoparden, Krokodile oder große Primaten. Diese Tiere forderten den kolonialen Zivilisierungsanspruch infolgedessen gewaltsam heraus und lokale Aktivisten wussten diese Attacken politisch zu nutzen. Der Vortrag wird sich diesen kolonialen "Problemtieren" umwelt-, kolonial- und tiergeschichtlich widmen und die Fälle transkontinental vergleichen.


Gerd Dapprich | 29.08.2019