Öffentliche Lesung von Theresia Walser: „Nach der Ruhe vor dem Sturm“

24. Oktober 2019

Zeitraum
24.10.2019
18:00 Uhr

Ort
Gebäude 2 (Seminargebäude) der FernUniversität in Hagen, Räume 1 und 2, Universitätsstraße 33, 58097 Hagen

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Lesung Theresia Walser

Die Reihe „Gender in Literatur und Gesellschaft“ der Bibliothek der FernUniversität in Hagen geht am Donnerstag, 24. Oktober, mit einer Lesung von Theresia Walser weiter. Die Dramatikerin zählt zu den erfolgreichsten der Gegenwart und thematisiert mit ihrem Theaterstück „Nach der Ruhe vor dem Sturm“ die Gender-Frage im Nachgang zu den aktuellen Debatten um #metoo und den Sexismus in der deutschen Kulturszene. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Gebäude 2 der FernUniversität, Räume 1 und 2, Universitätsstraße 33, 58097 Hagen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Die Lesung von Theresia Walser ist Teil der Reihe „Zuschreibungen und Umschreibungen: Gender in Literatur und Gesellschaft“. Diese hat zum Ziel, innerhalb und außerhalb der FernUniversität die Zusammenarbeit zum Thema Gender zu stärken und Raum für Diskussionen zu schaffen. Einen wichtigen Schwerpunkt der Reihe bilden Lesungen, bei denen Texte mit genderrelevanten Fragen vorgestellt werden. Veranstalterin ist die Universitätsbibliothek der FernUniversität.

Schreibwerkstatt „Über das Mitspracherecht der Figuren am Text“

Am 24. und 25.10.2019 wird im Rahmen einer Präsenzveranstaltung für Studierende der FernUniversität eine Schreibwerkstatt mit Theresia Walser angeboten. Die Veranstaltung unter der Leitung von Prof. Dr. Irina Gradinari (FernUniversität in Hagen, Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft) und Dr. Jeanine Tuschling-Langewand (FernUniversität in Hagen, Universitätsbibliothek) verfolgt das Ziel, Studierende im kreativen Schreiben zu trainieren und zu einer Sensibilisierung im Umgang mit ästhetischen Theatermitteln beizutragen. Neben den praktischen Übungen im dramatischen Schreiben unter der Anleitung von Theresia Walser werden im Seminar auch wissenschaftliche Fragestellungen zu Gender-Themen in der Gegenwartsdramatik reflektiert und diskutiert.

Theaterstück: „Nach der Ruhe vor dem Sturm"

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Theresia Walsers Theaterstück thematisiert die Gender-Frage im Nachgang zu den aktuellen Debatten um #metoo und den Sexismus in der deutschen Kulturszene. Serienschauspielerin Irm König hat 36 Jahre lang die Chefhostess Yvonne in der TV-Serie „Glücksschiff“ gespielt. Beinahe eben so lang hat Liz Hansen auf der Theaterbühne die Frauenrollen in klassischen Dramen gegeben. Als Frauen mittleren Alters wurden sie nun „rausgeschrieben“, ausgemustert, ausrangiert. Für sie bleiben keine Rollen mehr, denn die „großen Rollen“ der gereiften tragischen Helden sind meist Männerrollen.

Die beiden Figuren denken laut über ihr nun prekäres Dasein als alternde Schauspielerinnen nach und berühren dabei auch die heiklen Themen des strukturellen Sexismus im deutschen Theaterbetrieb. Nicht nur die schlechter bezahlten Schauspielerinnen, auch die Regisseurinnen und Dramatikerinnen haben dagegen zu kämpfen. Wenn 78 % der Schauspielhäuser von Männern geführt werden und 70 % der aufgeführten Stückevon Männern stammen, besitzt die Frage nach einer weiblichen oder anderen Perspektive Einiges an Sprengkraft.

Über die Autorin

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Theresia Walser zählt zu den erfolgreichsten Dramatikerinnen der Gegenwart. Ihr Debütstück „Kleine Zweifel“ wurde bei den Münchner Kammerspielen 1997 uraufgeführt. 1998 kürte die Kritikerjury des Fachblatts „Theater heute“ Walser zur „Nachwuchsautorin des Jahres“ und im darauffolgenden Jahr zur „Autorin des Jahres“.

Mehrfach wurden ihre Stücke für den renommierten Mülheimer Dramatikerpreis nominiert. Wolfgang Behrens beschreibt Theresia Walser als sprachmusikalische Autorin, die „ein untrügliches Gespür für klingende Wörter und Rhythmen“ besitzt.

Annemarie Gonsiorczyk | 02.10.2019