„Antagonistische Konstellationen – Die literarische Moderne und das Neue Sehen“

20. November 2019

Wissenschaftsgespräche

Zeitraum
20.11.2019
16:00 Uhr

Ort
Gebäude 2 (Seminargebäude), Universitätsstr. 33, 58093 Hagen, Räume 4 und 5

Veranstalter/-in
Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften

Referent/-in
Dr. Tanja Prokić
TU Dresden

In der Moderne tragen sich auf dem Feld der Künste und des Wissens eine Reihe von Aushandlungskämpfen zu: Der Kompetenzstreit etwa um nicht weniger als die Deutungshoheit schlechthin, der zwischen Natur- und Geisteswissenschaft tobt, siedelt sich schnell um die Frage nach der Evidenz von Darstellungsformen (Formeln, Diagramme etc) an. Die Sprache als Medium der Evidenz gerät in eine Krise, während die vermeintliche Beweiskaft der Visualität im Verbund mit neuen Medien und Technologien einen neuen Stellenwert erringt. Alles vormals Unsichtbare scheint sich nun in den Bereich des Sichtbaren holen zu lassen. In dieser Konstellation sieht sich die Literatur von ihren visuellen Widersachern herausgefordert: Kann sie auch neu sehen (machen) wie es der Zeitgeist zu verlangen scheint? Sieht sie evtl. gar mehr als ihre Kontrahenten aus Wissenschaft, Film oder Fotografie? An Hand einiger Beispiele (Kafka, Baum, Musil etc.) sollen die Leitlinien und die Produktivität dieser antagonistischen Konstellation aufzeigt werden.

Die Veranstaltung ist öffentlich.


Gerd Dapprich | 16.10.2019