Erzähle und erkenne Dich selbst! Möglichkeiten und Grenzen lebensgeschichtlicher Erinnerung

13. Mai 2020

BürgerUniversität Coesfeld

Zeitraum
13.05.2020
19:00 Uhr

Ort
WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Str. 29, 48653 Coesfeld

Veranstalter/-in
Ernsting’s Family Stiftungsprofessur für Mikrosoziologie an der FernUniversität in Hagen

Referent/-in
Prof. Dr. phil., Jürgen Straub
Dipl.-Psych., Jahrgang 1958, ist seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Sozialtheorie und Sozialpsychologie der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2015 ist er Kodirektor (mit Pradeep Chakkarath) des Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrums für sozial- und kulturwissenschaftliche Psychologie und historische Anthropologie (KKC). Er ist Mitglied im Think Tank des Exzellenzclusters TOPOI an der Humboldt Universität Berlin und assoziiertes Mitglied im Freiburger DFG -Graduiertenkolleg „Faktuales und fiktionales Erzählen“.

2015 erhielt er den Ernst-Eduard-Boesch-Preis für Kulturpsychologie der Gesellschaft für Kulturpsychologie in Salzburg, 2017 den Höffmann-Wissenschaftspreis für Interkulturelle Kompetenz der Universität Vechta.


Moderation
Prof. Dr. Dorett Funcke

Alle Menschen können erzählen! Es gehört zu den anthropologischen Universalien, dass Menschen sich und ihre Welt in Geschichten zu vergegenwärtigen vermögen. Dabei erfüllt das (autobiographische) Erzählen nicht nur eine ganze Reihe von soziokulturellen und psychosozialen, kommunikativen Funktionen. Im lebensgeschichtlichen Erzählen versuchen wir nicht allein, uns den Anderen mitzuteilen und dabei ein möglichst triftiges – vielleicht allzu schmeichelhaftes – Bild unseres Selbst zu vermitteln. Wir ringen dabei womöglich auch um Selbsterkenntnis. Das ist ein anspruchsvolles, lohnenswertes Projekt!

Ohne aufrichtige Selbst-Erzählungen sind Einsichten ins eigene Leben und Selbst nicht zu haben. Aber keine autobiographische Geschichte kann alles im gelebten Leben erfassen. Selbsterkenntnisse sind obendrein niemals rein und allein, sondern sind verbunden mit Selbsttäuschungen. Wir sind uns immer auch entzogen und bleiben uns ein Stück weit undurchsichtig und undurchschaubar, wie lange und wie ausführlich wir auch erzählen mögen.

Der Vortrag handelt von Selbsterkenntnissen und ihren Grenzen sowie von Selbsttäuschungen. Dabei macht er die Zuhörerschaft mit einem interdisziplinären Gebiet bekannt, in dem sich die Philosophie und verschiedene Wissenschaften ein Stelldichein geben.

Die Vorlesung ist öffentlich, alle Interessierten sind willkommen.

Gerd Dapprich | 26.02.2020